Die Kunst, Verantwortung zu übernehmen

Die Kunst, Verantwortung zu übernehmen

Lichtenau (sie) - Bürgermeister Christian Greilach nutzte den Lichtenauer Neujahrsempfang, um einen flammenden Appell für kommunalpolitisches Engagement zu halten. Im Vorfeld der Gemeinderatswahl im Mai rief er die Besucher in der voll besetzten Stadthalle dazu auf, sich einzubringen.

Politisches Engagement sei ein besonderes Ehrenamt, "besteht es doch hauptsächlich daraus, Verantwortung zu übernehmen", sagte Greilach und ergänzte: "Und zwar Verantwortung nicht nur für Dinge, die einem am Herzen liegen, sondern auch für Dinge, die einem im privaten oder beruflichen Alltag eher selten begegnen." Als Beispiele nannte der Bürgermeister die Abwasserbeseitigung, den Kindergartenbetreuungsschlüssel oder Biotopvernetzung und Ökokonto. Er warb in diesem Zusammenhang um Verständnis für die Arbeit des Gemeinderats: "Behalten Sie das bitte immer im Hinterkopf, wenn Sie sich über die eine oder andere Entscheidung vielleicht ärgern und schätzen Sie bitte auch die ehrenamtliche politische Arbeit derer wert, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen."

Die Kommunalpolitik gelte als "Schule der Demokratie". Die Entscheidungen, die auf Bundes- oder Landesebene getroffen würden, müssten die Gemeinden ganz konkret umsetzen und oft auch bezahlen. "Hier direkt vor Ort lassen sich Probleme erkennen und Lösungsansätze erarbeiten - meist über die Grenzen der Parteien hinweg", meinte Greilach.

So hätten auch in Lichtenau in den vergangenen Jahren zukunftsweisende Weichen gestellt werden können. Der Bürgermeister erinnerte an den Ausbau der Kleinkinderbetreuung, den Aufbau des Ganztagsschulbetriebs mit Mensa, die Installation des Glasfasernetzes, die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik und die Erschließung von Bauplätzen. Er sprach auch das vorübergehende Badeverbot am See in Grauelsbaum an: "Diese Entscheidung ist überall auf Unverständnis gestoßen. Es ist uns jedoch innerhalb kurzer Zeit gelungen, eine Lösung zu erarbeiten, um die uns die eine oder andere Kommune derzeit noch beneidet."

Die Arbeit werde in den kommenden Jahren nicht ausgehen. So weise der Haushalt 2019 mit 13,9 Millionen Euro ein Rekordvolumen aus. Es gebe aber auch Themen, für die noch Lösungen erarbeitet werden müssten. "Manches dürfte auch gerne etwas schneller gehen", gab Greilach unumwunden zu.

Er plädierte aber dafür, sich nicht ausschließlich auf das Negative zu konzentrieren: "Mir persönlich wird seit geraumer Zeit zu viel zum Skandal erklärt", schlug das Stadtoberhaupt den Bogen zum nationalen und internationalen Geschehen. Twitter-Nachrichten bestimmten den politischen Diskurs und könnten gewaltige Prozesse auslösen. Dabei sei das Leben zu komplex, um durch Schlagzeilen oder Kurznachrichten erklärt werden zu können.

In Lichtenau werde dagegen ein respektvoller Umgang gepflegt, "deshalb konnten wir gemeinsam vieles erreichen", betonte Greilach.

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