Ein Fahrrad ersetzt den Esel

Ein Fahrrad ersetzt den Esel

Bühl (mig) - Christliche Verkündigung, die junge Menschen anspricht: Mehr als 400 Zuschauer sahen am Freitagabend in der Schlossberghalle in Neusatz das Musical "Isaak - So sehr geliebt" des christlichen Jugendwerks Adonia aus Karlsruhe.

Es war keine leichte Kost, diese Geschichte aus dem Buch Genesis im Alten Testament, in der Abraham von Gott hört, er solle seinen geliebten Sohn Isaak opfern. Er macht sich gehorsam mit ihm auf den Weg. Aber es ist alles andere als ein unbeschwerter Vater-Sohn-Ausflug. Es geht um Vertrauen, um Verheißungen und einen Gott, der hält, was er verspricht.

90 Minuten Tanz, Gesang und Musik kündigte der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende der Seelsorgeeinheit Ottersweier Maria Linden, Johannes Seiler, den Zuschauern an. Seine Gemeinde war Veranstalter des Abends, federführend das Gemeindeteam Neusatz. Unterstützt wurde es von den Niesatzer Hurzle, die die Bewirtung übernahmen, und vom Skiclub Neusatz, der auf- und abstuhlte. Gastfamilien nahmen die jungen Akteure für eine Nacht auf und verpflegten sie.

Ihre Begabung und ihren Mut zeigten die Akteure an ihrem jeweiligen Platz. Manche als Schauspieler und Musiker, viele als Chorsänger, einige als Solisten. Elf Lieder waren passend zur biblischen Geschichte geschrieben und einstudiert worden. Eins war bekannt und wurde mitgesungen: "Weißt du, wie viel Sternlein stehen". Neben der Haupthandlung um Abraham und seinen Sohn Isaak ging es auch um den Einzug ins Land Kanaan und um das Wunder, wie Gott Abraham und seiner Frau im hohen Alter noch einen Sohn schenkte.

Die Handlung blieb sehr nah an der Bibel. Allerdings zogen die Hauptdarsteller nicht mit einem Esel los, sondern auf einem Fahrrad. Und sehr fremd kam die Einlage einer Lach-Show dazwischen. Sie sollte zeigen, wie leise ein "In-sich-Hineinlachen" ist, mit dem Abrahams Frau Sarah auf die Ankündigung reagiert hatte, dass sie im Alter von 90 Jahren noch ein Kind bekommen sollte.

Der Verein Adonia erreichte nach eigenen Angaben mit seinen Camps in diesen Osterferien rund 1 600 Jugendliche bundesweit. Zeil sei es, sie zu fördern und zu fordern und sie im christlichen Glauben zu ermutigen. Beim gemeinsamen Singen, Musikmachen, Tanzen und Theaterspielen ist die Konfession unerheblich. Es zählt die gemeinsame Zeit und das gemeinsame Erfolgserlebnis, aber es gibt auch Gespräche über Gott und die Welt in kleinen Gruppen. Das drücken die Jugendlichen auch selbst aus: Adonia sei für sie "Spaß, Gemeinschaft und Tiefgang."

Die 64 Jugendlichen, die in Neusatz auftraten, trafen sich am Ostersonntag in der Freien Evangelischen Schule in Lahr und verbrachten dort vier intensive Probetage miteinander. Sie kamen aus einer Region von Freiburg bis Karlsruhe und Freudenstadt zusammen, eine Handvoll von ihnen auch aus dem Raum Bühl. Das einstudierte Musical präsentierten sie auch in Lahr, Oberharmersbach und Ihringen.

Teamleiterin Judith Pfänder arbeitete ehrenamtlich für das Projekt - sie ist Ärztin von Beruf. Professionell waren an diesem Abend Licht und Ton. Einige Bandmitglieder hatten schon viel Erfahrung. Und einige Jugendliche waren ebenfalls nicht zum ersten Mal dabei. "Die meisten kommen wieder", sagte Judith Pfänder. Die Zuschauer spendeten nicht nur viel Applaus, sondern gaben auch eine Spende in die Plastikboxen, die während der Zugabe durch die Reihen gingen. Nach der Andonia-Hymne "Unser Land braucht neuen Glauben" bedankte sich der Pfarrgemeinderatsvorsitzende bei der Teamleitung für die gelungene Aufführung.

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