Aspichhof eröffnet Hub-Café neu

Aspichhof eröffnet Hub-Café neu

Von Joachim Eiermann

Ottersweier - "Die Hub öffnet sich weiter", sagt Ewald Glaser. Er ist auf den Sonntag, 2. Juni, gespannt. Dann geht im Westflügel des Weinbrennerbaus das neue "Café am Park" in Betrieb. Glaser, Geschäftsführer der gemeinnützigen Aspichhof GmbH, die vor Jahren neben der Hub-Metzgerei auch die benachbarte Bäckerei übernahm, erhofft sich davon einen Publikumszuspruch über den Kreis von Heimbewohnern und Angehörigen hinaus. Das Café mit Innen- und Außenbewirtung grenzt direkt an den idyllischen Park.

Seit sechs Monaten sind die Handwerker zugange, um die vor zehn Jahren zu großzügig dimensionierte Cafeteria, die nur wenig Anklang fand, für die neue Nutzung umzubauen. In dem etwa 320 Quadratmeter großen Innenbereich wird neben dem Café auch die Hub-Bäckerei mit Konditorei einziehen. Der neue Großbackofen ist bereits installiert.

Die bisherige Betriebsstätte, hinter dem Weinbrennerbau gelegen, entsprach schon lange nicht mehr den heutigen Standards. "Da sind ein paar Dinge grenzwertig", schildert Jürgen Jung, Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden, ohne die Defizite im Einzelnen auszuführen. Nach Auszug der Bäckerei werde es keine Nachnutzung des rund 50 Jahre alten Zweckbaus geben. Das Gebäude sei nicht sanierungsfähig. "Wir werden es abreißen." Von der Neuansiedlung des Cafés mit Backwarenverkauf verspricht sich Jung eine Belebung des Weinbrennerbaus durch eine entsprechende Kundenfrequenz: "Mit ähnlichen Konstellationen haben wir in den Kliniken Baden-Baden und Rastatt gute Erfahrungen gemacht."

Im Fall Hub kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: "Wir sind der letzte aktive Backbetrieb in Ottersweier", merkt Ewald Glaser an. Bäckermeister Michael Ams, seit 19 Jahren an Bord, pflegt die Backtradition der Vorfahren und greift dabei überwiegend auf Originalrezepte zurück: "Wir arbeiten mit wenig Hilfsmitteln und machen viel von Hand." Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter drei Inklusionskräfte, sind beschäftigt. Zum bisherigen Betrieb in der Backstube mit Direktverkauf, täglich von Dienstag bis Samstagvormittag, kommt jetzt das Café hinzu, das nachmittags von Dienstag bis Sonntag öffnen wird. Lilian Heck, kaufmännische Leiterin der Hub, erfreut, dass sich damit auch weitere Beschäftigungsmöglichkeiten auftun. Ab der Eröffnung werde zunächst eine Hubbewohnerin im Café-Betrieb mitarbeiten. Auch eine Auszubildende soll Glaser zufolge zum Team stoßen.

Den Bohnenkaffee wird das "Café am Park" von einer Acherner Rösterei beziehen. Auch was die Qualität von Möblierung und Geschirr anbetrifft, verspricht Glaser "gehobenes Niveau". Der Umbau schlägt, inklusive Bäckerei-Gerätschaft, Jung zufolge mit rund einer Viertelmillion Euro zu Buche. "Wir hätten das nicht stemmen können", erklärt der Klinikumchef. Als finanzieller Förderer engagiert sich einmal mehr der Murgtäler Unternehmer Winfried Krieg, dessen Stiftung die Hub die Sanierung des Weinbrennerbaus und die Einrichtung der Palliativstation verdankt. "Mich freut alles, was die Hub weiterbringt", sagt Krieg. Das neue Café mit der Bäckerei sei dabei "ein ganz wesentlicher Baustein". Es bietet Platz für bis zu 50 Gäste im Innern und weiteren 50 Gästen im Außenbereich.

Der Verlust des großzügigen Cafeteria-Saals als Ort für Versammlungen wird anderweitig kompensiert. Lilian Heck berichtet, dass für den jährlichen Basar und andere besucherstarke Veranstaltungen nunmehr das Foyer im Haus Hornisgrinde genutzt werde.

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