Freundlichkeit und Wertschätzung erfahren

Freundlichkeit und Wertschätzung erfahren

Bühl (urs) - Am Wochenende im Garten des Veronikaheims - von Sonntagsruhe keine Spur. Da wird gesägt und gejätet, es werden Bäume und Sonnenblumen gepflanzt, Hochbeete mit Kräutern bestückt und eine Sitzgruppe erhält ihren letzten Schliff. "In 72 Stunden die Welt ein Stückchen besser machen" - das ist Motto und Ausgangspunkt aller Aktivitäten rund um die Aktion.

Die Stimmung ist ebenso perfekt wie das Ergebnis. Es wird gelacht und gearbeitet, dabei entsteht eine kleine grüne Oase für die Heimbewohner zum Ausruhen oder gemütlichen Zusammensitzen.

Sabine Gehring und Sophie Wolf von der Pfarrjugendleitung, die aus vier engagierten jungen Menschen besteht, und das Team der Pfarrjugend Bühl sind mit ihren grünen T-Shirts nicht zu übersehen. "Uns schickt der Himmel" ist darauf zu lesen. Für die Heimleitung des Veronikaheims sind die jungen Erwachsenen im wahrsten Sinn des Wortes ein echtes (Himmels)Geschenk. Koordinationsleiterin und Sozialarbeiterin Anuschka Riebel-Seifried findet spontan sehr anerkennende Worte: "Ich bin einfach total überwältigt von dem Elan und Engagement der Pfarrjungend und was die hier in 72 Stunden geschaffen haben", freut sie sich. "Der Garten lag derzeit brach und erstrahlt jetzt in neuem Glanz".

In 72 Stunden ist im Garten des Veronikaheims viel passiert: Zwei Hochbeete aus Paletten wurden gebaut, Sonnenblumen wurden ebenso gepflanzt wie zwei Obstbäume, eine wunderschöne Sitzecke ist entstanden und der Barfußpark wurde komplett neu gestaltet. Ein Brunnen plätschert wieder, der vorher im etwas verwilderten Garten zugewachsen war. "Einfach wunderbar", loben die Betreuungskräfte Gisela Dietrich und Gülcan Yurlakonar, die auf der Ebene des neu gestalteten Gartens in der Demenzgruppe arbeiten. "Der Garten ist jetzt viel schöner. Wir haben wirklich sehr gestaunt, wie diese jungen Menschen anpacken können."

Dabei wussten die Mitglieder der Bühler Pfarrjugend bis kurz vor Aktionsbeginn am Donnerstagabend nicht einmal ihren Projektstandort. Denn bei "Get it" - der Überraschungsvariante - bekommen die Teilnehmer eine Aufgabe gestellt, die sie vorher nicht kennen. Eine echte Herausforderung. Aber auch "total spannend", meinen Sabine Gehring und Sophie Wolf. Beeindruckt sind sie von der Bereitschaft in der Bevölkerung, das Projekt zu unterstützen und Material, Pflanzen und Verpflegung für die Gruppe zur Verfügung zu stellen. Auch von der Freundlichkeit und Wertschätzung der Heimleitung und des gesamten Veronikaheim-Teams schwärmen sie: "Am Freitag hat sich sogar Heimleiter Andreas Hauseux an den Grill gestellt und am Sonntag gab es für alle Spaghetti", sagen die jungen Frauen begeistert. Am Sonntag gab es für die Heimbewohner noch eine besondere Überraschung. Das kleine Theaterstück "Eine Weltreise" wurde im neu gestalteten Garten aufgeführt.

Welches Fazit können die jungen Menschen im Nachhinein ziehen? Da müssen sie nicht lange überlegen. Die Antworten kommen wie aus der Pistole geschossen. "Zusammen kann man Berge versetzen", meint eine junge Frau. Andere schwärmen von dem guten Miteinander und "man sieht, was man geschafft hat." Eines der schönsten Statements soll auch nicht unerwähnt bleiben: "Die Gemeinschaft, die man erfährt, ist wunderbar. Außerdem bekommt man so viel zurück. Wenn wir alt sind, macht das hoffentlich auch mal irgendjemand für uns."

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