Huldigung der "Kaiserin Sissi" dauert an

Huldigung der 'Kaiserin Sissi' dauert an

Bühl (wv) - "Ich lade Sie schon heute alle ein zum Balzhofener Pfingstmusikfest 2020", sagte Joachim Kühnhöfer, Vorsitzender des Musikvereins Harmonie, am späten Dienstagabend bei der Verabschiedung der Gäste des 2019er-Finales. Motivation für die Fortsetzung erfährt der Verein durch den guten Besuch über die vier Tage - trotz des launischen Wetters.


Gestern geschah der allerletzte Akt des 67. Pfingstmusikfests: Über Mittag legten rund 20 kräftig zupackende Helfer den letzten Abschnitt des Festzelts nieder, ehe der Richtmeister des Verleihers Bahnen und Gerüste auf dem Lkw verstaute. Weitere 20 Helfer, meist aus der jüngeren Musikergeneration, hatten während der Nacht aus dem Zelt die Inneneinrichtung entfernt.

Dies wirft ein Schlaglicht auf die immense ehrenamtliche Arbeit, die der Musikverein, unterstützt von halb Balzhofen, für das Pfingstmusikfest leistet. Dessen Erfolg manifestierte sich auch in der Zeltküche: Am Dienstagabend war das Essbare weitestgehend ausverkauft.

Der Festdienstag hatte sich zunächst den jüngsten Besucher gewidmet. Der neue Jugendleiter Tom Rohleder sowie Vanessa Gerber, Lea Steimel, Erik Künstel und Anna Lienhart vom Jugendleitungsteam organisierten das Kindervergnügen. Die Kleinen hatten Spaß bei Spielen wie Eierlauf und Luftballontanz.

Trotz der anstrengenden Tage und Nächte musizierte die gastgebende "Harmonie" unter der Leitung von Patrick Groß zum Dämmerschoppen ausgesprochen ausgeschlafen. Posaunist Bernd Lienhart, als Moderator eingesprungen, meisterte seine Aufgabe nicht weniger munter und fokussierte die Aufmerksamkeit der Zuhörer sympathisch auf Orchester und Solisten.

Davon brachte die "Harmonie" einige auf die Bühne, etwa: Den Flügelhornsolisten Simon Volz unterstützten in "My Dream" Amelie Schloss, Lena Geiger, Marcel Reith-Braun und Andreas Haunß wirkungsvoll mit Solopassagen. Volz hatte Martin Schulz, Lara Graß, Moritz Bethge und Maximilian Ganninger (Trompeter oder Flügelhornisten) an seiner Seite, als sie den "Egerländer Fuhrmannsmarsch" schmetterten. Jonas Lienhart (Trompete) und Lena Geiger (Saxofon) bliesen wohlklingend "Introduction and modern Beat". Mit Peter Leitners melodiöser Polka "Wir sind wir" ging es in die Schlusskurve - ohne aber "Kaiserin Sissi" gespielt zu haben, das derzeitige "Pflichtstück" hiesiger Blaskapellen.

Doch siehe da: Die folgenden Oberbrucher Dorfmusikanten, temperamentvoll dirigiert von Alexander Wurz, begannen ihren Auftritt mit "Kaiserin Sissi", dem erst 2013 von Timo Dellweg komponierten, effektvollen Konzertmarsch. Moderatorin Ariane Seiler richtete den Fokus auf das Können von Orchester und Solisten. Zu diesen gehörte sie selbst, so schlüpfte sie als impulsive Sängerin in die Rolle von Nena. Ausdrucksstark sang Sophia Kraft "Gabriella's Song". Mit wunderbarer Tongebung bezauberten Thomas und Ralph Seiler (Tenorhörner) solistisch in "Zwei Supermänner". Alles in allem: Die Oberbrucher gestalteten das Festfinale mit zupackender, klangschöner und mit großem Beifall bedachter Musik.

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