Tipps vom Bio-Gärtner

Tipps vom Bio-Gärtner

Bühl (cn) - Trotz des regnerischen Wetters fanden schätzungsweise mehr als 1 500 Besucher den Weg zur Demeter-Gärtnerei Decker in Weitenung. Das Hoffest fand im Zuge der landesweiten Aktion "Gläserne Produktion" statt. Bei Betriebsbesichtigungen konnten sich Interessierte darüber informieren, wie der ökologische Obst- und Gemüseanbau in dem Demeter-Betrieb funktioniert.

Mit dem überdachten Großgewächshaus war die Familie Decker in der komfortablen Lage, unabhängig vom Wetter die vielen Besucher zu unterhalten. Rund 40 Helfer, darunter etliche Ehrenamtliche des Kindergartens St. Josef, bewirteten die Gäste am Sonntag. Beim Hoffest wurden einige neue Produkte wie Bio-Bier und Bio-Wein aus der Region präsentiert.

Zwischen Lagerfeuerduft und jazzigen Klarinettenklängen eines Musikers fanden sich beim ersten Rundgang mehr als 50 Personen ein, um von Gärtnermeister Christoph Decker zu erfahren, wie auf dem Bio-Hof nachhaltig gewirtschaftet wird. So setzt Decker zunächst darauf, einen gesunden Boden zu schaffen, denn dieser halte Krankheiten von den Pflanzen fern. Der Juniorchef erklärte, dass, obwohl es nur wenige Bio-Betriebe mit Rinderhaltung gebe, er den Mist von "Demeter-Kühen" von Betrieben aus der Region bevorzuge. "Es macht keinen Sinn, den Bio-Mist vom Norden nach Süddeutschland zu transportieren", sagte Decker mit Blick auf den klimaschädlichen Transport.

"Die Demeter-Richtlinien sind die strengsten Bio-Vorschriften", erklärte Decker. Das bedeute, dass Pflanzen bei Befall nicht gespritzt werden dürften. Dies sei der wesentliche Unterschied zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft. Weiter erfuhren die Besucher, dass in den Gewächshäusern gezielt Hummelvölker zur Bestäubung eingesetzt werden.

Große Aufmerksamkeit schenkten die Besucher den beiden schwäbisch-hällischen Landschweinen, die auf einem großen Areal derzeit ein glückliches Schweineleben führen können. Sie pflügen mit ihren Rüsseln regelmäßig den Boden um und fressen die Obst- und Gemüsereste des Hofs. Auf der benachbarten Wiese verfolgten drei Schafe, wie die Gäste neugierig an ihrem Gehege vorbeigingen, um einen Blick in die Gewächshäuser zu werfen.

"Das Gewächshaus ist das Herzstück der Gärtnerei", erläuterte der Gärtnermeister. In einem Bereich ist nach den Worten Deckers bereits "der Winter eingezogen" - soll heißen, dass dort schon Gemüse für den Winter herangezogen wird. Deutlich waren am Rand die Spuren des Traktors und in der Mitte die Abdrücke der Walze von der Pflanzmaschine zu sehen. Unter den Besuchern befanden sich auch einige Hobbygärtner. Sie wollten Tipps vom Profi, wie sich Pilzbefall vermeiden lässt. Ein Zischen im Gewächshaus signalisierte, dass nun die Bewässerungsanlage in Gang gesetzt wurde. Anschließend führte der Bio-Hof-Chef die Besucher zu den Freilandkulturen, wo momentan der Rosenkohl für die Wintermonate gedeiht. Die Pferdekutschfahrten mit dem Planwagen nutzten große und kleine Gäste gleichermaßen.

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