Weiteres Baugebiet geplant

Weiteres Baugebiet geplant

Lichtenau (ar) - Die Stadt Lichtenau denkt in die Zukunft und möchte jungen Familien, die auf der Suche nach Bauland sind, entsprechende Entwicklungschancen bieten. In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend beschloss das Ratsgremium bei drei Gegenstimmen den Aufstellungsbeschluss zur Sicherung der Planung "Östliche Schulstraße".





Als vor sechs Jahren das Baugebiet "Bühnd", das an die Schulstraße anschließt und die östliche Arrondierung des Lichtenauer Ortsteils Ulm bildet, entwickelt wurde, war eine mögliche weitere Entwicklung des Gebietes östlich der Schulstraße angedacht. Doch während das Baugebiet "Bühnd" bereits im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche ausgewiesen war, ist die Fläche östlich der Schulstraße nicht in der Regionalplanung als Baufläche dargestellt. Mit der befristeten Einführung des Paragrafen 13b im Baugesetzbuch können Bebauungspläne, die von Darstellungen des Flächennutzungsplanes abweichen, auch aufgestellt werden, wenn sie als Außenbereichsflächen einbezogen werden und an bebaute Ortsteile anschließen, ohne dass eine Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich wird. In solchen Fällen kommt das beschleunigte Verfahren nach Paragraf 13a des Baugesetzbuches ohne Umweltprüfung zur Anwendung. Allerdings gilt diese Möglichkeit nur bis Ende des Jahres 2019.

Diese Gelegenheit packt nun die Stadt Lichtenau am Schopf und schlug dem Gemeinderat vor, den Aufstellungsbeschluss für das rund zwei Hektar große Gebiet östlich der Schulstraße zu fassen. "Wir gehen relativ optimistisch in das Verfahren", sagte Bürgermeister Christian Greilach und verwies auf Info-Veranstaltungen mit den Grundstückseigentümern. Das Plangebiet befindet sich rund 500 Meter nordöstlich des Ortskerns von Lichtenau, schließt westlich an die bestehende Bebauung an. Südlich davon befindet sich das im Jahre 2017 errichtete Seniorenzentrum.

Kritisch bewertete die Mehrheit des Gremiums den erneuten Verbrauch von Grünland und Streuobstwiesenbestand für Bauflächen. "In den Ortsteilen gibt es viel Leerstand; Ziel sollte es sein, die landwirtschaftlichen Flächen zu erhalten, die Innenentwicklung zu fördern und leer stehende, ältere Häuser attraktiver zu machen", forderte Gebhard Deibel (Grüne). Auch sein Parteikollege Jürgen Wäldele bezweifelte, dass in dem neu geplanten Wohngebiet bezahlbarer Wohnraum geschaffen werde. Bei Margot Schneider-Söllner (Grüne) sorgte die nicht notwendige Umweltprüfung für Bauchschmerzen, zumal Werner Lindner (BfL) auf die dort seit rund 40 Jahren lebenden Steinkauze aufmerksam machte. Während Gerhard Meier (CDU) zwar mit dem Flächenverbrauch haderte, andererseits aber den Wünschen junger Familien nach Bauland gerecht werden wollte, forderte Udo Klett (BfL) die Anlage eines Streuobstgürtels um das geplante Baugebiet und eine Bauverpflichtung. Befürwortet wurden die Planungen vonseiten der Freien Wähler.

Wie Christa Baumann (BfL), Ulmer Ortsvorsteherin, erklärte, gebe es bereits Nachfragen von Bauwilligen. Sie machte jedoch deutlich, dass man nicht nur Einfamilienhäuser entwickeln wolle. Karl-Heinz Geißler (CDU) appellierte, mit Gemeinderat und Ulmer Ortschaftsrat in ein Brainstorming zu gehen und sich genau zu überlegen, wie das künftige Neubaugebiet im Ortsteil Ulm entwickelt werden soll.

zurück
1