"Großzügig geplant"

'Großzügig geplant'

Bühlertal (eh) - Nach dem Auslaufen der Werkrealschule wird die Dr.-Josef-Schofer-Schule nur noch von Grundschülern besucht. Nun diskutierte der Gemeinderat am Dienstag über ein Raumkonzept. Bis auf wenige Räume soll der Gesamtkomplex als Grundschule genutzt werden. Planungen für dringlich erforderliche Sanierungsmaßnahmen am Oberstufenbau sollen eingeleitet werden. Die Maßnahme soll mit einer halben Million Euro im Haushalt 2021 berücksichtigt werden.

Nahezu abgeschlossen sind die Sanierungsmaßnahmen am Verwaltungstrakt und unteren Foyer. Für den Austausch von Fenstern, die Erneuerung der Decke im Foyer und das Schaffen eines barrierefreien Eingangsbereiches sind im laufenden Haushalt 350 000 Euro vorgesehen. Für die Maßnahme gibt es eine Fachförderung von 86 000 Euro.

Bürgermeister Hans-Peter Braun bedauerte, dass es vonseiten des Kultusministeriums bis jetzt keine Entscheidungen zum Thema Ganztagsschule gebe. Vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord liege eine Anfrage vor, einen Raum für Naturpädagogik zu nutzen.

Schulleiter Bernhard Schmidt erläuterte dem Gremium, warum es auch künftig einen erhöhten Raumbedarf gebe. "Wir haben großzügig geplant", so Schmidt. Falls irgendwann eine Ganztagsschule komme, brauche man einfach auch mehr Räumlichkeiten. Schon jetzt würde für die Randzeiten- und Hausaufgabenbetreuung fast das gesamte Untergeschoss genutzt. "Die Kinder brauchen das und es wird gut angenommen. Von den Erstklässlern sind viele bis 16 Uhr da."

Für ausländische Kinder mit wenig Deutschkenntnissen sei ein eigener Raum erforderlich, wo sie in einer Vorbereitungsklasse täglich zwei bis drei Stunden separat in Deutsch unterrichtet würden. Hinsichtlich der Zuwanderung werde dies auch weiterhin unbedingt notwendig bleiben. Aktuell gebe es acht Kinder, die über fast kein Deutsch verfügten.

Eine bislang gepflegte Partnerklasse mit der Mooslandschule wolle man künftig, zugeschnitten auf den Bereich der Grundschule, wieder aufbauen. Auch dafür brauche es separate Räume. Schmidt schilderte die maroden Fenster und die nicht funktionierende Beschattung des Oberstufenbaus. "Das ist sehr grenzwertig und fast nicht mehr zumutbar."

Bauamtsleiter Norbert Graf erläuterte, dass nur die oberste Etage des Oberstufenbaus mit vier Räumen nach der geplanten Raumnutzung nicht für schulische Zwecke benötigt werde. Sie könnten als Archivräume dienen oder anders genutzt werden. Bei den baulichen Herausforderungen sei etliches im Bereich Brandschutz zu erledigen. Die bestehende Fluchttreppe am Oberstufenbau müsse durch eine geradläufige Treppe mit Podesten ersetzt werden. Alle Treppen innerhalb des Schulhauses müssten eingehaust sein. Allein für Brandschutz müsse man zirka 100 000 Euro einstellen.

Am Oberstufenbau seien bereits einige Fenster erneuert. Aus energetischer Sicht müssten nun die restlichen ausgetauscht werden. Weiter kämen Gerüst-, Putz-, Malerarbeiten dazu sowie erforderliche Raumabtrennungen, die Erneuerung der Jalousien und die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik. Die Verwaltung will bis Jahresende Zuschüsse aus einem Sanierungsfonds beantragen.

Bis auf Eberhard Gschwender (FBV) konnten sich alle Räte mit der vorgestellten Raumnutzung anfreunden. Er verlangte, "beide Schulen in den Blick zu nehmen". Schmidt plädierte daraufhin eindringlich dafür, beide Grundschulstandorte zu erhalten. Mit der Sanierung der Bausubstanz verliere man nichts. Die Räume seien jederzeit anders nutzbar, meinte Clemens Welle (SPD). Volker Blum (CDU) äußerte: "Das Raumkonzept ist schlüssig. Kurze Schulwege sind wichtig." Franz Tilgner stellte für die CDU den Antrag, dass künftig auf dem gesamten Schulgelände und dem Schulsportplatz Hundeverbotsschilder aufgestellt werden. Er schilderte, wie die Schulgemeinschaft seit langem unter massiven Hundeverunreinigungen leide.

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