Neue Dynamik für die Jugendkultur erwartet

Neue Dynamik für die Jugendkultur erwartet

Von Nadine Fissl

Bühl - "Es wird eine ganz neue Dynamik bringen": Bürgermeister Wolfgang Jokerst ist zuversichtlich, dass die Jugendkonferenz am Dienstag, 5. November, der erste Schritt zur Veränderung der Bühler Jugendkultur ist. Hauptthema wird das geplante Jugendcafé sein, das im Zuge des Neubaus der Mensa für die Carl-Netter-Realschule und die Aloys-Schreiber-Schule gebaut wird.

Mit der Realisierung des Jugendcafés soll ein weiterer offener Treff in Bühl entstehen, der im Gegensatz zum Jugendzentrum Komm im Stadtkern sein wird. Die von 8 bis 15.30 Uhr im Friedrichsbau tagende Konferenz, bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, Ideen vorzustellen und anschließend per Abstimmung über die beste zu entscheiden. Die Gemeinderäte sind ebenfalls eingeladen. Auf Grundrissen der Räumlichkeiten können die Jugendliche in Kleingruppen ihr Café kreieren. Dabei geht es um Möbel, Angebote, Aktionen und Öffnungszeiten.

Weil es sich um einen Neubau handelt, seien "viele Dinge möglich", so Svenja Steinborn (26), die seit dem 1. Oktober neue Leiterin des Jugendzentrums Komm ist. "Die Jugendlichen bekommen die Chance, einen Raum so zu planen, dass sie selbst immer gern dort hingehen wollen", erklärt Steinborn. Die gebürtige Schleswig-Holsteinerin ist in Fautenbach aufgewachsen und war nach ihrem Master-Studium "Bildung und Soziale Arbeit" seit 2018 als Sozialarbeiterin im Jugendzentrum tätig.

Der Umbruch zieht sich durch das ganze Komm-Team, mit einem neuen FSJler, der zum ersten Mal besetzten Stelle einer dualen Studentin und der in Kürze ausgeschriebenen Stelle eines Sozialpädagogen. Gemeinsam bauen sie auf die Grundsteine von Veronique Noel, der ehemaligen Leiterin.

Laut Klaus Dürk, Fachbereichsleiter für Bildung, Kultur und Generationen, ist geplant das Jugendcafé zum Schuljahr 2021/22 in Betrieb zu nehmen. Man erhoffe sich laut Dürk bis dahin eine Vielfalt an Impulsen: "Es wurde eine gute Grundlage entwickelt, um Wünsche in der Praxis umsetzen zu können."

In diesem Zuge bedankte sich Dürk bei dem ganzen Team des Jugendzentrums, das mit sehr viel Initiative an das Projekt gegangen sei. Da die Konferenz erst für Jugendliche ab 14 Jahren angeboten wird, ermöglichten sie im Vorfeld ebenfalls die Ideen der 5. bis 7. Klassen zu sammeln. Diese werden in die Jugendkonferenz miteinbezogen.

Der Wunsch für das Café entstand bereits aus dem Jugendrat heraus, welcher seit 2018 mangels Interesses nicht mehr tagt (wir berichteten).

Die Beteiligung an den Konferenzen sei jedoch schon immer gut gewesen, erinnert sich Jokerst. Nach einem Jahr Rückblick habe es "tolle Ergebnisse" nach der fünften Jugendkonferenz gegeben. Der Jugendrat war eine von fünf Säulen eines Jugendbeteiligungskonzepts. Weitere wie der Partizipationsstammtisch, eine Jugendapp und die sogenannten Multiplikatoren als Bindeglieder zwischen ihren Schulen und der Jugendarbeit würden die Aufgaben des Jugendrats auffangen und Informationen weitergeben.

Mit dem Bau des Cafés soll sich dieser Austausch noch erweitern. "Ich denke, dass wir viel mehr Jugendliche erreichen", so Jokerst. Wer teilnehmen möchte, muss das entsprechende Formular bis Donnerstag, 24. Oktober, abgege ben haben. Die Schüler werden für die Jugendkonferenz freigestellt.

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