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Paradiesische Verhältnisse am Rhein
Erst drei Einsatzphasen hatten Norbert Becker und sein Team dieses Jahr. Foto: dpa
12.08.2017 - 00:00 Uhr
Baden-Baden - "Entlang der Rheinschiene haben wir überhaupt keine Mückenprobleme", konstatierte Norbert Becker vor zwei Monaten. Der wissenschaftliche Direktor der kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) berichtete von einem normalen Jahr. Doch ist es dabei geblieben? Kürzlich sprach Doreen Walther, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg, von einem idealen Sommer für Mücken (wir berichteten). BT-Redakteur Dennis Fettig hat bei Becker nachgefragt, wie der aktuelle Stand am Oberrhein ist.

BT: Herr Becker, Mitte Juni war von einem normalen Schnakenjahr am Oberrhein die Rede, wie lautet Ihre Bilanz zwei Monate später?

Norbert Becker: Zurzeit haben wir paradiesische Verhältnisse am Rhein. Eine Plage am Oberrhein wird von den sogenannten Überschwemmungsmücken (Aedes vexans und Aedes sticticus - dem quälenden und dem stechenden Taugenichts auf deutsch) hervorgerufen. Ihre Entwicklung hängt vor allem vom Rhein-Hochwasser ab. Bisher hatten wir erst drei Einsatzphasen: Eine Mitte Mai, eine in der ersten Junihälfte und eine Ende Juli - die Pegel lagen jeweils etwa bei 4,50 Meter in Speyer. Im Vergleich zum vergangenen Jahr, wo wir Pegelspitzen über sieben Meter hatten, ist es ein normales Jahr mit vielen Niedrigwasserphasen. Die Meldungen bezüglich des Schnakenjahres von Doreen Walther haben mich auch verwundert. Sie hat sich wohl auf die Hausmücken bezogen, die allerdings keine Plage erzeugen, sondern nur eine Belästigung darstellen - vorwiegend, wenn wir unsere Nachtruhe suchen.

BT: Woher wissen Sie, an welchen Stellen sie die Schnaken aktiv bekämpfen müssen und wie läuft so ein Einsatz dann ab?

Becker: Wir beproben in regelmäßigen Abständen die Brutareale nach einem Konzept, das wir mit den Umweltbehörden abgestimmt haben. Auch wird die Bekämpfung ausschließlich biologisch mit der Bti-Methode vorgenommen, die nur Mückenlarven trifft. Für uns sehr wichtig, dass die Biodiversität nicht verändert wird und auch nicht ökologisch relevant in das Nahrungsnetz eingegriffen wird. Wir haben bisher etwa 2500 Hektar mit dem Eisgranulat per Helikopter und 1000 Hektar zu Fuß bekämpft. Im letzten Jahr war es etwa zehnmal so viel. Insgesamt haben wir bisher 45 Tonnen Eisgranulat mit dem Heli ausgebracht.

BT: Wie ist der aktuelle Stand bei der eingewanderten asiatischen Tigermücke, die zahlreiche gefährliche Krankheiten übertragen kann?

Becker: Die Tigermücken werden mit Unterstützung der betroffenen Kommunen, Kreisverwaltungen und Gesundheitsämter von uns massiv bekämpft. Vorkommen haben wir in Freiburg, Sinsheim und Heidelberg. In Freiburg und Sinsheim werden die Tigermücken mit allen traditionellen Methoden und in Heidelberg zusätzlich mit der Sterilen-Männchen-Methode bekämpft.

BT: Zeigt der Einsatz von sterilisierten Männchen die erhoffte Wirkung?

Becker: Alle Daten deuten darauf hin, dass die Sterile-Männchen-Methode gut greift. Allerdings müssen wir noch abwarten, bis wir belastbare Daten haben. Seit Mai werden jede Woche etwa 3000 sterile Männchen pro Hektar ausgesetzt, die in Bologna für uns gezüchtet werden.

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