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Karlsruhe bleibt die Nummer eins
Der Anbieter Stadtmobil hat in Rastatt vier Stationen mit acht Fahrzeugen: Eine davon ist in der Engelstraße. Foto: BT/av
07.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Karlsruhe/Baden-Baden - Karlsruhe bleibt die Stadt des Carsharings: Mit durchschnittlich 2,71 Fahrzeugen pro 1000 Einwohner führt die Fächerstadt mit dem örtlichen Anbieter Stadtmobil die Rangliste des Bundesverbands Carsharing weiter mit großem Abstand an. Mit Stuttgart (1,47) und Freiburg (1,41) auf Platz 2 und 3 ist der Südwesten beim Carsharing bundesweit ganze vorne. In den meisten Städten stiegen die Zahlen verglichen mit der letzten Untersuchung vor zwei Jahren.

Karlsruhe hat der Erhebung zufolge nicht nur seinen Spitzenrang souverän verteidigt, sondern auch den größten Zuwachs aller Städte in Deutschland verzeichnet. Zu verdanken ist dies dem bereits 1999 gegründeten Unternehmen Stadtmobil. Der Pionier des Carsharings hatte damals die Chancen des Teilens von Fahrzeugen früh erkannt. Heute hat Stadtmobil nach Angaben von Unternehmenssprecherin Anja Orth allein in Karlsruhe 825 Fahrzeuge an 166 Stationen im Einsatz. Momentan zählt das Unternehmen in der Fächerstadt knapp 11200 Kunden.

Aber auch das Umland ist inzwischen mit Angeboten gut versorgt. In Rastatt stehen acht Fahrzeuge an vier Stationen zur Verfügung, die von 68 Kunden genutzt werden. In Baden-Baden sind es 16 Fahrzeuge (darunter ein E-Mobil) an zehn über das gesamte Stadtgebiet verteilten Stationen. Dort sind laut Orth 132 Teilnehmer registriert. In beiden Städten habe man zuletzt eine deutlich erhöhte Nachfrage festgestellt. Darüber hinaus hat Stadtmobil Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Kommune ein kleineres Kontingent von zwei Fahrzeugen in Durmersheim. Die Große Kreisstadt Bühl wird wiederum von der Stadtmobil Südbaden AG versorgt. Dort steht ein Fahrzeug für Kunden am Bahnhof zur Verfügung.

Wachstumstreiber der Branche waren in den vergangenen Jahren vor allem stationslose Anbieter, die ihre Wagen über die Straßenränder der größten Städte verteilen und hinter denen häufig die großen Autokonzerne stehen. Köln ist nach den aktuellen Zahlen mit 1,27 Autos je 1000 Einwohner unter den vier deutschen Millionenstädten diejenige mit der größten Carsharing-Dichte und liegt bundesweit auf Rang vier. München ist sechster, Hamburg zehnter und Berlin zwölfter.

Eine Problematik treibt die boomende Branche mit ihren bundesweit rund 150 Unternehmen um: Die Fahrzeuge der stationsbasierten Anbieter stehen, anders etwa als die Flotten der großen Autohersteller, zu mehr als 90 Prozent auf privaten Flächen. Doch in Innenstädten gibt es davon oft nicht mehr genug. Das müsse sich ändern, fordert der Branchenverband. Ein im September in Kraft getretenes Carsharing-Gesetz hat in zwischen juristisch klargestellt, dass Kommunen an Straßen in ihrer Zuständigkeit jederzeit Stellplätze für stationsbasierte Carsharing-Anbieter als Sondernutzung einrichten können. Die rechtlichen Instrumente, um solche Systeme sichtbarer zu machen, sind also durchaus vorhanden.

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