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Harsche Kritik an "Rohrstock-Nostalgie"
Harsche Kritik an 'Rohrstock-Nostalgie'
13.01.2018 - 00:00 Uhr
Stuttgart (bjhw) - Seit Bildung der Regierung im Frühjahr 2016 versuchen die Spitzen von Grünen und CDU, die gravierenden Unterschiede in der Schulpolitik zu überwinden. Mit den Beschlüssen der Fraktionsklausuren sind die Gräben allerdings größer statt kleiner geworden.

Die CDU verlangt unter anderem zusätzliche zentrale Klassenarbeiten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert derweil die "Stammtischparolen" aus der Union und fordert ein "Machtwort" von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

"Die ideologischen Grabenkämpfe sind vorbei", sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart, um zugleich deutlich zu machen, dass diese Einschätzung vor allem dann Bestand hat, wenn sich die Grünen "in den Punkten, in denen wir einen Dissens haben, mit unseren Vorschlägen auseinandersetzen". Deren Fraktionschef Andreas Schwarz macht dazu keine Anstalten, versucht allerdings die erheblichen Differenzen kleinzureden und will "nochmals diskutieren". Zum Beispiel über die Vorstellungen der Bildungsexperten in der CDU-Fraktion, die Ganztagsschulkonzeption aufzuweichen durch fakultative Betreuungsangebote am Nachmittag.

Endgültig stellen müssen sich die Grünen dem Konflikt - etwa dazu, wie unterrichtet wird und wie Leistungen festgestellt werden -, wenn die Südwest-Union am Wochenende auf ihrer Parteiklausur im Kloster Schöntal die geplante Erklärung zur Zukunft der Schulen verabschiedet. Denn der Landesverband will sich für mehr Frontalunterricht starkmachen, für "verpflichtende Diktate sowie verpflichtendes Schönschreiben zur Stärkung der Schreib- und Lesefähigkeit" und für mehr Noten. Als eine Art Überschrift heißt es: "Die Zeiten eines überbordenden Laissez-faire in der Bildungspolitik sollten wir hinter uns lassen." CDU-Generalsekretär Manuel Hagel hofft auf bessere Ergebnisse in Vergleichsstudien durch "mehr disziplinarische Durchgriffsmöglichkeiten".

Nach Meinung der GEW fehlt "in diesem Bauchladen der schwarzen Pädagogik nur noch die Forderung nach Einführung der Prügelstrafe", so Landesvorsitzende Doro Moritz. Die CDU zeige mit ihren Forderungen, dass sie "keine Ahnung vom Alltag in den Klassenzimmern hat" und missachte den Koalitionsvertrag. Tatsächlich heißt es darin, dass die Landesregierung "die individuelle Förderung und die Methodenvielfalt" weiter stärken will oder dass Schulen künftig "eigenständiger als bisher entscheiden können, wie sie sich pädagogisch profilieren".

Doro Moritz sieht den Ministerpräsidenten, bekanntlich selber Lehrer, in der Pflicht, "den überholten Ideen aus dem letzten Jahrtausend" Einhalt zu gebieten.

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