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Viel Witz, kein Feinstaub
Wochenend' und Sonnenschein: Die Neufassung des legendären Filmstoffs aus der Weltwirtschaftskrise gelingt in Karlsruhe mit vielen Gags.  Foto: Tom Kohler
13.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Nike Luber

Ende gut, alles gut. Die Liebespaare haben sich gefunden, eine wunderbare Männerfreundschaft hat gehalten, und für die Arbeitslosen gibt es richtig schöne Direktorenposten. Es handelt sich eindeutig um ein Märchen, erzählt als Musikrevue. Der legendäre Film "Die Drei von der Tankstelle" erzählte mitten in der Weltwirtschaftskrise 1930 diese aufbauende Gute-Laune-Geschichte mit viel flotter Musik. Nun bringt das Kammertheater Karlsruhe die musikalische Komödie mit (noch mehr) Musik bis zum 29. April auf die Bühne.

Intendant Ingmar Otto hat das in handliche Häppchen unterteilte Stück mit leichter Hand inszeniert. Manuel Kolip schuf das überaus praktische Bühnenbild im Art-Deco-Stil mit aufklappbaren Wänden, die das mit Pfändungsmarken übersäte schicke Heim von drei über Nacht bankrott gegangenen jungen Männern buchstäblich im Handumdrehen in eine verlassene Tankstelle verwandeln. Oder in das Wohnzimmer von Konsul Kosmann - oder was sonst gerade gebraucht wird.

Christina Pantermehls Kostüme passen zum Dreißiger- Jahre-Design, die übertriebenen Plastikfrisuren verkünden, dass das alles nur gespielt ist. Wie aber die Autos auf die Bühne bringen, die an einer Tankstelle halten? Ingmar Otto und sein Team hatten da ein paar witzige Ideen. Der Jaguar heißt nicht nur so, er tritt auch im gefleckten Raubkatzenkostüm auf - dass er ein Auto ist, merkt man nur am Reifen, der mit auf die Bühne rollt. Lilien, Konsul Kosmanns reizende Tochter, die den drei Freunden den Kopf verdreht, fährt eine Ente. Eine kleine rollende Plastikente am Stiel. Papa Kosmann und seine Geliebte, die Nachtclub-Besitzerin Edith, markieren ihr Gefährt durch drehende Regenschirme. Alles garantiert abgas- und feinstaubfrei!

Alte Hits mit neuen Rhythmen unterlegt

Drei Musiker sorgen vom Dach des Bühnenbilds aus für eingängige Klänge. Dazu singen und tanzen sich die drei Freunde durch alle Wechselfälle des Lebens, angefangen mit dem überraschenden Besuch des Gerichtsvollziehers. Willi, Hans und Kurt brauchen die Koffer nach dem Urlaub gar nicht erst auszupacken, weil ihr Haus samt Einrichtung gleich versteigert wird. Da die Handlung in den Dreißigern spielt, folgt nun nicht etwa der Gang zum Sozialamt, sondern die Übernachtung in der freien Natur - und die Entdeckung einer leerstehenden Tankstelle, die von den drei Freunden kurzerhand wieder eröffnet wird. Keiner hat auch nur eine Ahnung von Autos, was für einige Gags sorgt. Trotz der auch aus Wohngemeinschaften bekannten Probleme - einer macht die Arbeit, die anderen das Beste aus ihrer Lage - sind die Jungs mit sich im reinen und stimmen das bekannteste Lied der Filmvorlage an: "Ein Freund, ein guter Freund". Bald werden sie sich um Lilien prügeln.

Dominik Tremel hat sich für ein paar der alten Hits neue Rhythmen einfallen lassen. "Ich wollt' ich wär ein Huhn" kommt auch als Rock'n'Roll gut an, und wenn man südamerikanische Rhythmen unter "Liebling, mein Herz lässt dich grüßen" legt, wirkt dieses romantische Lied ein bisschen moderner.

Für eine tiefere Entwicklung der Charaktere bleibt in dem Stück zwischen Gesang, Tanz (Choreographie Patrick Nitschke) und Dialogen wenig Zeit. Manuel Dengler erweist sich als musikalisch souveräner "Underdog" Willi, der in seiner charmanten Nummer "Ich bin nur gut, wenn keiner guckt" erklärt, warum ihn seine überaus selbstbewussten Freunde gern mal unterbuttern. Aber Lilien, von Josephine Bönsch als gewitztes Mädchen gespielt, erwählt von den Dreien zielsicher Willi zum Mann fürs Leben. Daniel Kozian und Matthias Zeeb sorgen als Hans und Kurt mit ihren Sticheleien für unterhaltsamen Wortwitz.

Oliver Fobe zeichnet Konsul Kosmann als älteren Herrn mit weichem Herz, der sich gern von Tochter Lilien und Herzensdame Edith um den Finger wickeln lässt. Maja Müller brilliert als Nachtclub-Betreiberin Edith.

Zum Happy End stimmen alle den Evergreen "Wochenend' und Sonnenschein" an. Hier besteht echte Ohrwurmgefahr für das Publikum.

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