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"Hier stehen die Leute, die das Land zusammenhalten"
'Heute ist kein Arbeitstag, heute ist Streiktag', skandieren mehr als 4 000 Streikende in Karlsruhe. Foto: Krekel
11.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Florian Krekel

Karlsruhe - Die Botschaft der Gewerkschaft Verdi beim Tarifstreik im öffentlichen Dienst ist klar: Wir kämpfen. Egal wie viele Runden es dauert. Wir gehen nicht K.o. Als die laut Verdi mehr als 4000 Streikenden aus dem ganzen Süden von Baden-Württemberg gestern nach einem Marsch durch die Innenstadt den Friedrichsplatz in Karlsruhe erreichen, schallt aus den Lautsprechern das Lied "Eye of the tiger" von Survivor, jener Song, der schon Filmheld Rocky Balboa zum Sieg über einen unnachgiebigen Gegner peitschte.

Und so lassen auch die Verdi-Verantwortlichen bei der anschließenden Kundgebung keine Zweifel an ihrem Kampfes- und Siegeswillen aufkommen. Die Gestik ist hart, das Sprachgebaren unzweideutig. "Sechs Prozent mehr Lohn, das sind wir verdammt noch mal wert", ruft Silke Gleitz in die Menge. Sie ist Betriebsratsvorsitzende der Verkehrsbetriebe Karlsruhe. Neben der prozentualen Lohnerhöhung beziehungsweise einer Erhöhung von mindestens 200 Euro fordert Verdi, die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat anzuheben.

"Es kann nicht sein, dass wir mehr arbeiten müssen, für das gleiche Geld und in der gleichen Arbeitszeit", sagt Gleitz. Damit liefert sie die Vorlage für Verdi-Landesbezirksleiter Martin Gross. Er wird den kommenden Tarifverhandlungen in Potsdam am 15. und 16. April beiwohnen. In den ersten zwei Runden hatten sich die Parteien nicht einigen können. "Horstl, schau her, hier stehen die Leute, die das Land zusammenhalten und die verdienen ein Angebot", schreit Gross mit erhobenem Zeigefinger an die Adresse von Innenminister Horst Seehofer gerichtet ins Mikro. Bund und Länder verbuchten in den vergangenen Jahren Milliardenüberschüsse, davon müsse nun etwas bei den knapp 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ankommen, denn deren Gehaltsentwicklung hinke der in der freien Wirtschaft deutlich hinterher. "Der Maßstab ist der Durchschnitt der Kommunen und da gibt es Millionenüberschüsse, wir lassen uns nicht abspeisen", gibt sich Gross kämpferisch. Bei den letzten Verhandlungen hätten die Verantwortlichen von Bund und Kommunen die zweite Reihe geschickt, die kein Angebot vorgelegt habe. "Wenn in der nächsten Verhandlungsrunde kein echter Minister mit einem echten Angebot auftaucht, dann rappelt es aber mal so richtig in der Kiste." Es könne nicht sein, dass etwa bei Müllabfuhren der Mindestlohn als Maßstab gelte oder sich eine Erzieherin an einer Kita in der Stadt bewerben wolle, "das aber nicht kann, weil sie die Miete nicht bezahlen kann", so Gross. Zudem müsse der öffentliche Dienst wieder weg von den befristeten Verträgen - "die Mitarbeiter brauchen eine verlässliche Zukunftsorientierung, heißt: Weg mit den Zeitverträgen."

Die Teilnehmer des Karlsruher Streikmarsches sind teils aus Konstanz und Villingen-Schwenningen angereist. In der Fächerstadt kommt fast der gesamte Nahverkehr zum Erliegen, die meisten Kitas sind dicht, bilanziert ein Verdi-Vertreter. Auch in Baden-Baden fahren den ganzen Tag keine Busse, in Rastatt werden etwa städtische Kitas bestreikt.

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