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Tatort Schule: Mehr Straftaten
Zwei Kinder prügeln sich auf einem Schulhof: Harmlose Rangeleien arten zunehmend in Gewalt aus. Foto: dpa
23.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Ulf Mauder

Stuttgart - Prügeleien, Diebstahl und Mobbing - Gewalttaten an Schulen machen nicht nur Lehrern, Schülern und Eltern zunehmend Sorgen. Der Tatort Schule ist längst auch fester Bestandteil der Kriminalstatistik in Baden-Württemberg.

Diese weist für 2017 eine Zunahme von Straftaten im Vergleich zum Vorjahr auf. Wie aus dem Zahlenwerk hervorgeht, erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 13209 Straftaten an Schulen - ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zu 2016 und der höchste Wert seit fünf Jahren. Die Aufklärungsquote lag bei über 40 Prozent.

Etliche Bundesländer haben 2017 einen spürbaren Anstieg von Kriminalität und Gewalt registriert, wie aus den Statistiken der Landeskriminalämter hervorgeht. Damit nimmt die Kriminalität an Schulen in Deutschland nach jahrelangem Rückgang wieder zu.

Ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart betonte zwar, dass diese Daten sich lediglich auf die Schule als Tatort bezögen und nicht zwangsläufig auch etwas mit dem Schulbetrieb zu tun haben müssten. Dass es eine Zunahme von Gewalt und Straftaten an den Schulen gebe, sei aber in der täglichen Schulpraxis allgegenwärtig, heißt es beim Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE). Und längst nicht alle Fälle erreichten die Polizei.

"Es fehlt oft am nötigen Respekt gegenüber anderen Schülern und Lehrern und gegenüber Sachgegenständen", sagte der stellvertretende VBE-Vorsitzende Michael Gomolzig. Auch ein Unrechtsbewusstsein sei bisweilen gering ausgeprägt. Solche Probleme an den Schulen nähmen zu. Betroffen seien alle gesellschaftlichen Schichten und Nationalitäten.

Der Landesschülerbeirat sieht vor allem die verbale Gewalt und das Mobbing mit Sorgen. "Das Schlimme ist, dass die verbale Gewalt alltäglich geworden ist", sagte der Vorsitzende des Landesschülerbeirats, Leandro Karst. Dabei gehe es vor allem auch um Kraftausdrücke, die schon junge Schüler benutzten. Neben schulischer Gewaltprävention und teambildenden Maßnahmen müsse es auch schülergerechte Kooperationen mit externen Partnern geben, sagte er. Trainiert werden könnte da etwa die Selbstverteidigung.

Eine Herausforderung ist das Thema nicht zuletzt für das Bildungsministerium. "Gewalt darf weder zum Berufsbild einer Lehrkraft gehören noch zum Alltag an unseren Schulen. Wir brauchen starke Schulgemeinschaften, in denen alle dazu beitragen, Gewalt zu verhindern", sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Die Zunahme der Straftaten geht nicht zuletzt mit einem Anstieg der Zahl der Tatverdächtigen einher - und zwar um 12,4 Prozent auf 5793 im Vergleich zu 2016. Die größten Gruppen waren deutsche Jugendliche und Kinder. Auffällig war in der Statistik der vergleichsweise starke Anstieg bei Verdächtigen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Deren Zahlen erreichten 2017 nach dem Flüchtlingszuzug jeweils Höchststände im Rückblick der vergangenen zehn Jahre. So waren es im vergangenen Jahr aus Syrien 182, aus dem Irak 90 und aus Afghanistan 74 Tatverdächtige. In der großen Überzahl waren die Tatverdächtigen laut Statistik aber männliche deutsche Staatsangehörige.

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