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Ein Freudenfest mit triumphalem Ende
23.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Christiane Lenhardt

Es war ein gelungenes Fest unter Freunden: für Musik- wie Ballettbegeisterte aus dem ganzen Land, die zum 20-jährigen Bestehen des Festspielhauses zusammenfanden. Weniger Pomp, vielmehr Herzlichkeit und Spielfreude waren vorherrschend an diesem Festwochenende, das das Jubiläum mit strahlenden Trompetenfanfaren und einem musikalisch funkelnden Finale beging. Etwa 6 500 Besucher, langjährige Unterstützer, Stifter und Förderer waren gekommen.

In seinem Grußwort verwies Wolfgang Schäuble gestern zum Festkonzert des Freundeskreises auf die Erfolgsgeschichte von Deutschlands größtem Opern- und Konzerthaus - und auf zwei besonders wichtige Protagonisten des Anfangs wie des Aufschwungs, Valery Gergiev und Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser. Der Bundestagspräsident ist Vorsitzender des Freundeskreises und seit vielen Jahren ein reger Festspielhausbesucher. "Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass wir die nächsten 20 Jahre auch so erfolgreich erleben dürfen", fügte Schäuble hinzu.

Valery Gergiev und das Mariinsky-Orchester aus St. Petersburg halten dem Festspielhaus seit dem Beginn die Treue. Als das Haus 1998 fast vor dem Ruin stand, leitete eine spektakuläre Freikartenaktion für fünf Opernabende mit Gergiev die Wende ein. Das Mariinsky-Theater gastiert seitdem alljährlich in Baden-Baden mit seinem renommierten Orchester, mit dem Opern- wie dem Ballettensemble.

Das gestrige Festkonzert mit zwei populären spätromantischen Werken von Sibelius und Mussorgsky haben die St. Petersburger, wie ganz zu Anfang, wiederum für geladene Bürger, darunter 20 Gewinner der BT-Aktion, präsentiert. In der zweiten Sinfonie D-Dur von Jean Sibelius zum Auftakt führten Gergiev und seine Musiker mit orchestraler Brillanz durch finnische Klanglandschaften: feinfühlig, intensiv, dahineilend bis zum glanzvollen hymnischen Schluss.

Gergiev: "Happy in Baden-Baden"

Mit der kapriziösen musikalischen Promenade "Bilder einer Ausstellung" des Landsmanns Modest Mussorgsky haben die St. Petersburger den imaginären Museumsspaziergang elegisch, tänzerisch, bis in geheimnisvolle Ecken der farbenreichen Klangatmosphäre ausgeleuchtet. Ein hymnischer Beifall mit Standing Ovations war da nur konsequent nach dem triumphalen Ende.

Mit einer kleinen Hymne auf den Freund hat Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser dem russischen Maestro "für 20 wundervolle Jahre und die einmalige Rettung" gedankt. Er sei immer "happy" in Baden-Baden zu sein, entgegnete Valery Gergiev. Er erinnerte an ein russisches Sprichwort, das besage: 100 Freunde seien wichtiger als 100 Rubel oder Euro. Angesichts vieler Krisensituationen und dem angespannten Verhältnis zwischen Russland und Europa betonte Gergiev die verbindende Kraft der Kultur, der Musik, der Literatur wie der Kunst. Russland und Deutschland schöpften aus einer gemeinsamen Kulturgeschichte, die immer noch wechselseitig befruchtend sei. Hier im Festspielhaus in Baden-Baden mit seiner großen russischen Verbundenheit, die zurückreicht bis weit ins 19. Jahrhundert, fühle er sich wie ein Familienmitglied.

Und noch ein treuer Wegbegleiter der ersten Stunde schickte eine Hommage ans Festspielhaus: Ein tänzerischer Gruß von John Neumeier, übermittelt von drei Hamburger Stars und dem von ihm gegründeten Bundesjugendballett, kam am Samstag bestens an. Frisch und modern, in Jeans und T-Shirt haben die jungen Solisten des Bundesjugendballetts ihr tänzerisches Songbook aufgeschlagen - und waren nach einem getanzten Warm-up bei "John's Dream" in sieben weiteren kurzen Stücken und Ballettauszügen mit überspringender Lust bei der Sache. Begleitet auf der Bühne von einer einfühlsamen Band, samt Sängerin, haben die jungen Tänzer ihr großes Potenzial zu einem leichtfüßigen Gesamtkunstwerk zur Musik von Dylan, Rodriguez und Tracy Chapman verdichtet. Und die drei Solisten des Hamburg Balletts - Anna Laudere, Edvin Revazov und Alexandre Riabko - haben beim Tanzfest mit ihrem Pas de deux aus dem Neumeier-Ballett "Anna Karenina" gezeigt, wie hoch die Messlatte für den Nachwuchs doch noch liegt. Höhepunkt des choreografischen "Blumenstraußes" war der moderne Pas de deux für zwei Freunde, wundervoll getanzt von Edvin Revazov und Alexandre Riabko, zum Song "Bridge over troubled water" von Paul Simon; aus dem Ballett "Opus 100", das Neumeier einst seinem Freund Maurice Béjart widmete. Ein wahrhaft sinnhafter Schluss eines herzerfrischenden und anrührenden Tanznachmittags.

Das besondere Jubiläumsprogramm endet heute Abend mit einem Konzert von Bob Dylan im Festspielhaus, sichtbar nur für Konzertbesucher. Denn der Rockpoet und Literatur-Nobelpreisträger hat ein strenges Fotografierverbot für seinen Auftritt erlassen.

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