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Verregneter Sommer 2017 ließ den Bierdurst schwinden
Rund 200 000 Liter Bier werden bei Hatz-Moninger im Jahr gebraut. Foto: Volz/av
17.05.2018 - 06:43 Uhr
Von Dieter Giese

Karlsruhe - Ein verregneter Sommer und ein rückläufiger Bierexport nach Übersee und Fernost hat den deutschen Brauereien im vergangenen Jahr ordentlich zugesetzt. Gegenüber dem Jahr 2016 wurden vergangenes Jahr 2,5 Millionen Hektoliter Bier weniger abgesetzt, der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland ging dramatisch zurück: von 102 Litern im Jahr auf 93,5 Liter. Und diese Entwicklung ging 2017 auch nicht an der Moninger Holding AG und ihrer Hatz-Moninger Brauhaus GmbH vorbei, wie Geschäftsführer Hans-Jörg Schmidt gestern bei der 124. Hauptversammlung des Unternehmens in Karlsruhe einräumen musste.

Die Karlsruher Brauerei registrierte einen Rückgang des Bierumsatzes um 4,2 Prozent (im Jahr zuvor hatte der Absatz noch um 3,7 Prozent auf 203000 Hektoliter zugelegt gehabt) - nicht zuletzt auch deshalb, weil es auch den Partner Edeka im sogenannten Lohnbraubereich "hart getroffen habe". Auch wegen der radikalen Preispolitik der sogenannten Fernsehbiere. "Das hat unserem Haus im Lohnbrausegment ein zweistelliges Minus eingebracht", resümierte der Geschäftsführer.

Hatz-Moninger ist im Bereich Lohnbrauerei bislang vor allem für Edeka (Ratskrone) aktiv, etwa die Hälfte des Bierumsatzes wird in diesem Segment erzielt. Seit April produziert die Brauerei jetzt auch für den Discounter "Netto" (Grafensteiner Export und Pils).

Der schwächelnde Bierumsatz und der harte Preiskampf auf dem deutschen Biermarkt, der bis zum heutigen Tag eine von den deutschen Großrauereien für Anfang 2018 angekündigte und laut Schmidt vor allem auch für kleine und mittelständische Brauereien bitter nötige Preiserhöhung verhindert habe, sorgte für schlechtere Zahlen aus der Karlsruher Zeppelinstraße. Trotz des Entgegenkommens der Sinner AG, die die Pachtzahlungen für das Betriebsgelände von Hatz-Moninger bereits 2016 um 155000 und 2017 um nochmals mehr als 200000 Euro reduziert hatte, verzeichnete die Holding einen Jahresfehlbetrag von 164000 Euro, der Bilanzverlust erhöhte sich dadurch auf 3151000 Euro (2016: 2987000 Euro).

Die Moninger Holding AG beschäftigte im vergangenen Jahr durchschnittlich 63 Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Trotz einer Lohn- und Gehaltssteigerung um 2,4 Prozent und trotz Mehraufwendungen bei der Altersversorgung wurden im Personalbereich mit rund 4,2 Millionen Euro etwas weniger Mittel eingesetzt als im Jahr zuvor.

Dass die Brauerei gegen alle Widrigkeiten einigermaßen optimistisch in die Zukunft blickt, hat verschiedene Gründe - und nicht nur die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft. So habe sich Hatz-Moninger einer noch stärkeren Markenprofilschärfung in Richtung Region Baden verschrieben, wie Schmid erläuterte. So beziehe man beispielsweise die Braugerste aus bekannten landwirtschaftlichen Betrieben der Region: "Direkt vor unserer Hustür kann nun der Verbraucher verfolgen, wie sie wächst und gedeiht." Im Auslandsgeschäft setzt man derweil auf Modernität und exportiert 20-Liter-Plastik-Fässer (PET-KEGS) nach Frankreich, Spanien und Portugal.

Hauptaktionär der Moninger Holding AG und der Sinner AG ist die Stuttgarter Invest AG (Stinag). Die Stinag, die in den Geschäftsbereichen Immobilien, Finanzen Beteiligungen und Getränke aktiv ist, hält 80 Prozent der Anteile der Moninger Holding AG und die Mehrheit der Anteile der Sinner AG, deren Hauptersammlung gestern ebenfalls stattfand.

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