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Gute Chancen für den Maifisch im Rhein
Jugendliche der örtlichen Fischereivereine dürfen die gläsernen Larven der Maifische in ihre neue Heimat entlassen. Foto: Hegmann
30.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Hans-Peter Hegmann

Steinmauern - Der Mai verabschiedet sich zwar morgen, aber wenn alles gutgeht, werden in einigen Jahren im Wonnemonat die gestern an der Murgmündung bei Steinmauern in den Rhein ausgesetzten Maifische wieder hier vorbeischwimmen. Der Präsident des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg, Arnulf Freiherr von Eyb, hat zusammen mit Jugendlichen aus den umliegenden Angelsportvereinen ungefähr 50000 Jungfische in den Rhein ausgewildert.

Es ist die zweite Aktion, nachdem sich im Rahmen des seit 2007 laufenden deutsch-französischen Wiederansiedlungsprojekts neben Unterstützern aus Nordrheinwestfalen und Hessen auch Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mit den beiden Fischereiverbänden und den zuständigen Ministerien der Aktion angeschlossen haben. Nach einem ersten erfolgreichen Einsatz von Maifischlarven an der Ahrmündung in Kripp war gestern nun die erste Aktion am Oberrhein an der Reihe.

Die nur wenige Millimeter großen Fischlarven sind Nachkommen von wilden Maifischen aus dem Fluss Garonne in Frankreich. Sie stammen aus einer dortigen Zuchtanlage, die sich auf diese Fischart spezialisiert hat. Nach rund 900 Kilometern Fahrt in großen, mit Sauerstoff angereicherten Plastikbehältern, wurden sie am Ufer gestern zunächst noch in ihren Beuteln in Behälter mit Rheinwasser gelegt. Nach der Anpassung an die Umgebungstemperatur mussten sie sich dann noch außerhalb der Transportbeutel eine halbe Stunde an das Wasser aus der neuen Heimat gewöhnen.

Nach einigen Erläuterungen zur Biologie des Fisches und seinen derzeitig nur noch geringen Vorkommen in Spanien und Frankreich durften Jungfischer aus den umliegenden Fischereivereinen die Fischbrut in die Fluten des Rheins entlassen. Nicht nur für den Nachwuchs steigt damit auch die Hoffnung, den zu den Heringsarten zählenden Maifisch außer in der Theorie zur Fischereiprüfung auch einmal in Natur kennenzulernen. Allerdings müssen die Überlebenden aus dem Rhein, der wissenschaftliche Projektleiter Dr. Andreas Scharbert schätzt ihren Anteil auf ungefähr fünf Prozent, zunächst ihre ersten drei bis fünf Lebensjahre in der Nordsee überleben. Nach deren Rückkehr steigt die Chance, dass diese im Rhein laichen und damit zum festen Bestandteil der Fischarten im Rhein werden.

Neben Fängen am Niederrhein wurden in den letzten Jahren immer mal wieder Maifische an den Beobachtungsstellen in den Fischpässen der Staustufen Iffezheim und Gambsheim dokumentiert. Die Fachleute des internationalen Maifischprojekts werten dies als Zeichen für eine zukünftige erfolgreich verlaufende Wiederansiedlung im ökologisch inzwischen deutlich verbesserten Rhein.

Parallel halten Wissenschaftler und Fischereisachverständige nach laichenden Rheinfischen in Rhein und Neckar Ausschau, um eindeutige Hinweise auf die natürliche Fortpflanzung von Maifischrückkehrern zu erhalten. Vielleicht werden sich ja auch mal ein paar Rückkehrer im Murgtal umschauen, wo die bis zu 70 Zentimeter langen Fische laut alten Aufzeichnungen schon mal vorkamen und häufig gefangen wurden.

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