Herbststürme ziehen weitere Maßnahmen nach sich
Mit dem Resistographen kann Wolfgang Zimmermann (links) den Zustand der Bäume bestimmen.  Foto: Merkel
08.06.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt/Karlsruhe (mme) - Wenn Dominik Stuck mit seinem Tablet durch die Wälder im Südwesten Deutschlands unterwegs ist, hat er sich nicht verlaufen und sucht mit einem Navigationssystem einen Weg ins Freie. Der Forstwirt ist auf der Suche nach morschen Bäumen, denen er auf seinem mobilen Endgerät genaueste Beschreibungen zuordnen kann. Die Forste, in denen sich Stuck bewegt, sind dabei immer in der Nähe von Bahngleisen.

Gestern stellten Forstexperten der Deutschen Bahn entlang der Strecke zwischen Karlsruhe und Rastatt den Anfang 2018 gestarteten "Aktionsplan Vegetation" vor. Da es vor allem im vergangenen Jahr nach Herbststürmen durch umgestürzte Bäume zu massiven Schäden auf Gleisen der Deutschen Bahn kam - die Rede ist laut Bahn-Mitarbeiter Felix Gerhard von 60 Millionen Euro - sahen sich die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Die Bahn erhöhte das Budget für Vegetationsmanagement um weitere 125 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre. Seit 2007 stehen 100 Millionen bereit. "Wir erhoffen uns mehr Stabilität mit den vier Säulen des Vegetationsmanagements", erklärte Gerhard, Ansprechpartner zum Aktionsplan der DB-Netz-AG. Prävention, Inspektion, Durchforstung und Hotspots sind dabei die zentralen Aspekte.

Ziel des Projekts ist es, für einen stabileren Waldbestand entlang der Gleise zu sorgen. "Unser Südwest-Team durchforstet zurzeit die Wälder entlang der Gleise in Baden-Württemberg, dem Saarland und in Teilen von Rheinland-Pfalz", erklärt Florian Obergfell, Experte für Vegetationspflege der DB-Fahrwegdienste GmbH.

Die Bahn setzt neben bewährten Maßnahmen auch auf neue Elemente. Ein Sechs-Meter-Grünrückschnitt von der Gleismitte (Prävention) und das Schwerpunktprogramm besonders anfälliger Punkte (Hotspots) bleiben erhalten und werden verstärkt in Betracht gezogen. Hinzu kommt die Durchforstung über die Sechs-Meter-Zone hinaus sowie die intensivierte Inspektion der Waldbestände.

Letzteres haben sich Forstwirte wie Stuck zur Aufgabe gemacht. Mit Hilfe des Tablet-Programms Q-GIS können genaueste Datensätze der beschädigten Bäume erstellt werden, anhand derer weitere Schritte folgen werden. Unterschieden werde dabei besonders zwischen Maßnahmen- und Gefahrenbäumen. Das Fällen von Maßnahmenbäumen habe zunächst noch Zeit, bei einem Gefahrenbaum ist schnelles Handeln gefordert, was bedeutet, dass der Baum baldmöglichst gefällt werden muss. Mit dem Aktionsplan reagiere die Bahn auf die geänderten Rahmenbedingungen und Auswirkungen von Extremwetterlagen, sagte Obergfell.

Bei den Arbeiten wird neben dem Fachwissen der Mitarbeiter zudem auf die Technologie gesetzt. Neben Tablets, kommen zur Datenerfassung Drohnen und Resistographen zum Einsatz, die nach einer dünnen Bohrung Schlüsse auf Stand- und Bruchsicherheit der Bäume erlauben. "Damit können wir Aussagen über den inneren Zustand des Holzes treffen, wie zum Beispiel über Fäule, Risse oder andere innere Defekte", erklärt der für Baden-Württemberg zuständige Bahnförster Wolfgang Zimmermann die Nutzung.

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