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"Guter Stoff" aus der Garage
'Guter Stoff' aus der Garage
03.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Marius Merkel

Baden-Baden - Als zwei Beamte des Polizeireviers Rastatt am 29. Dezember des vergangenen Jahres eine Verkehrskontrolle in der Rastatter Kapellenstraße vornehmen, ahnen sie nicht, dass der Fahrer des Pkw rund sieben Monate später auf der Anklagebank im Baden-Badener Landgericht sitzen wird.

Gestern nun der Prozessauftakt. Nach knapp 30 Minuten hatte Staatsanwalt Michael Klose die Anklagepunkte verlesen: 78 schwere Straftaten, die zwischen Juni 2017 und Dezember 2017 vom Beschuldigten begangen worden sein sollen. Darunter bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, gewerbsmäßige Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige sowie Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Fischer machte sich zu Beginn ein Bild von den familiären Verhältnissen des Mannes aus Malsch und ging dann zunächst die 17-seitige Anklageschrift durch.

Als die Rastatter Beamten den vorbestraften Mann aus dem Raum Karlsruhe Ende vergangen Jahres anhielten, erkannten sie relativ schnell, dass dieser unter Drogeneinfluss stand. Auch führte er nach eigenen Angaben eine kleine Menge Amphetamine mit sich. Je länger die Durchsuchung dauerte, desto größer wurde allerdings der Fundus illegaler Waren im Auto. Fast 500 Gramm Marihuana sowie diverse Ecstasy-Tabletten und Falschgeld beschlagnahmten die Polizisten am Ende der Kontrolle. Ein Einhand-, zwei Teppich- sowie ein Küchenmesser entdeckten sie ebenfalls. Seit diesem 29. Dezember sitzt der junge Mann in Untersuchungshaft.

Polizeibeamte

bleiben hartnäckig

Die Rastatter Beamten blieben nämlich auch nach dem Fund im Auto hartnäckig. Es folgten Durchsuchungen in der Wohnung des Angeklagten. Dort wartete eine weitere Überraschung auf sie. Neben Betäubungsmitteln fanden sie in der Garage ein abgebautes Drogenlabor. "Anleitungen dafür habe ich übers Internet bekommen. Irgendwann war mir der Aufwand allerdings zu groß. Dann habe ich die Gerätschaften wieder abgebaut", gestand der 23-Jährige. Zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin wollte er "guten Stoff" produzieren und diesen auf der Straße verkaufen.

Übers Internet bekam er nicht nur die Anleitungen, sondern ab einem bestimmten Zeitpunkt die Ware. Über das Darknet kaufte er zusammen mit seiner Komplizin mehrere Male große Mengen Amphetamine, Kokain und Ecstasy-Tabletten. Laut Staatsanwalt Klose verkaufte das Duo die Substanzen gewinnbringend weiter, unter anderem an minderjährige Schüler.

Eine selbst organisierte Tanzveranstaltung nutzten sie ebenfalls, um das Material in Geld umzumünzen. Laut einer Zeugenaussage machte das Paar durch diese Veranstaltung 12000 Euro Umsatz. Dem widersprach der Malscher und meinte, "dass da wohl eine null verrutscht sein muss".

Weitgehend war der Angeklagte geständig. Lediglich die von den Ermittlern bewertete Qualität der Drogen war seiner Meinung nach zu hoch angesetzt. Während des ersten Verhandlungstags musste er von seiner Rechtsanwältin Katrin Behringer ein ums andere Mal gebremst werden. War er im Redefluss, konnte man ihn nur schwer stoppen. Vor allem als es um die Zusammensetzung der verschiedenen Substanzen ging, warf er mit diversen chemischen Fachausdrücken um sich.

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