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Brüssel erteilt die "Sauerkraut-Lizenz"
04.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Lorey

Straßburg/Brüssel - Darauf warteten die elsässischen Sauerkrautfabrikanten fast 20 Jahre: Ihr "Choucroute d'Alsace" trägt künftig das EU-Siegel "geschützte geografische Angabe" (g.g.A.). Das gab die EU-Kommission gestern in Brüssel bekannt.

Die Bezeichnung "Choucroute d'Alsace" ist künftig den elsässischen Produzenten vorbehalten, die bei der Herstellung von Sauerkraut aus Weißkohl ein präzises Pflichtenheft befolgen. Bereits seit 2012 ist die Herkunftsbezeichnung "Choucroute d'Alsace" frank-reichweit geschützt.

Das elsässische Sauerkraut charakterisiert sich dem EU-Gütezeichen zufolge "durch dünne und lange Streifen in den Farben weiß bis hellgelb." Es ist "wenig sauer und wenig süß" und stammt "aus einer natürlichen Fermentierung von gehobeltem Weißkohl, dem nur Salz und keine anderen Zusätze beigefügt werden".

Der Weißkohl muss aber nicht unbedingt aus dem Elsass stammen, wichtig ist nur, dass eine der Herstellungsstufen (Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung) in der Region erfolgt. In Krautergersheim, der Sauerkraut-Hauptstadt im Elsass, das auf halbem Weg zwischen Straßburg und Colmar liegt, importieren mehrere Produzenten nach Informationen der Internet-Zeitung "rue89strasbourg" Weißkohl, der etwa in Polen wuchs.

Denn 2017 gab es im ganzen Elsass noch rund 50 Weißkohlbauern, die sich vor allem in der Gegend um Erstein, Geispolsheim, Blaesheim, Meistratzheim und Krautergersheim südlich von Straßburg konzentrieren. Seit rund zehn Jahren nimmt allerdings die Weißkohl-Anbaufläche konstant ab - 500 Hektar waren es im vergangenen Jahr noch.

Dass es 20 Jahre dauerte, bis das elsässische Sauerkraut das EU-Logo erhielt, liegt nach Angaben der elsässischen EU-Abgeordneten Anne Sander von der Europäischen Volkspartei (EVP) daran, dass lange Verwirrung zwischen dem rohen Sauerkraut und dem Gericht "Choucroute garni" (garniertes Sauerkraut, in Weißwein gekocht mit verschiedenen gesalzenen und geräucherten Fleischsorten, Wurstwaren und Kartoffeln) herrschte.

Im Elsass wird Sauerkraut seit dem Spätmittelalter (15. Jahrhundert) aus Weißkohl mittels Milchsäuregärung in Salzlake hergestellt. Dadurch war es möglich, den Kohl als Sauerkraut länger haltbar zu machen. Das Klima in der Region erwies sich als günstig für den Weißkohlanbau.

Bis heute würden die Produzenten "die dafür notwendigen handwerklichen Techniken beachten", rühmt sich der elsässische Sauerkrautverband (AVCA), dem zwölf Produzenten angehören. Nur diese dürfen künftig die Herkunftsbezeichnung "Choucroute d'Alsace" verwenden und müssen der AVCA für die Benutzung des Namens Lizenzgebühren bezahlen.

Dem Verband zufolge werden im Elsass je nach Wetterbedingungen jährlich zwischen 25000 und 28000 Tonnen Sauerkraut hergestellt, das sind 70 Prozent der frankreichweiten Produktion und 20 Prozent der Produktion in der EU.

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