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Pedelecs rücken ins Visier der Polizei
Der Anteil elektrisch unterstützter Fahrräder auf deutschen Straßen wächst stetig - inzwischen sind es rund 3,5 Millionen Exemplare. Foto: dpa
14.07.2018 - 00:00 Uhr
Offenburg (ab) - Schwere Verkehrsunfälle mit Pedelecs beschäftigen die Polizei zunehmend - auch in Mittelbaden. Gab es 2016 im Landkreis Rastatt, Baden-Baden und dem Ortenaukreis zusammen noch 47 Verkehrsunfälle mit elektrisch unterstützten Fahrrädern, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 86. Dies erklärte der stellvertretende Leiter der Verkehrspolizeidirektion Offenburg, Günther Preis, gestern bei einem Pressegespräch. Und in den ersten sechs Monaten 2018 verzeichneten die Beamten bereits rund 50 Unfälle.

Von einem Novum sprach Preis mit Blick auf das Wochenende vom 15. bis 17. Juni: "Erstmals hatten wir da mehr schwere Pedelec-Unfälle als Motorrad-Unfälle." Eine Radfahrerin starb im Raum Achern, drei weitere wurden schwer verletzt; einer davon war im Wald mit seinem E-Mountainbike gestürzt. Schon am 28. Juni ereignete sich der nächste Zwischenfall, bei dem eine Pedelec-Fahrerin - wieder bei Achern - zu Tode kam.

Mit dieser Entwicklung liegt die Region Mittelbaden nicht allein: "2016 erlitt jeder dritte unfallbeteiligte Pedelec-Nutzer in Baden-Württemberg schwere oder sogar tödliche Verletzungen", führte Preis aus, "bei normalen Fahrradnutzern traf dieses Schicksal nur jeden fünften Beteiligten."

Hauptunfallursache in Mittelbaden - mit deutlich über 50 Prozent - ist Preis zufolge zu hohe Geschwindigkeit; deutlich vor Vorfahrtsverletzungen oder Fehlern beim Abbiegen beziehungsweise Wenden. Und auch bei den Betroffenen gibt es einen klaren Trend: Da ältere Menschen die Hauptnutzergruppe der Elektrofahrräder sind, tauchen sie auch in der Unfallstatistik verstärkt auf. Über 50 Prozent der verunglückten Pedelec-Fahrer sind den Polizeiangaben zufolge über 60 Jahre alt. Bei verunglückten Fahrrad-Fahrern liege dieser Anteil nur knapp über 16 Prozent. Allerdings steigen auch die Unfallzahlen mit E-Mountainbikes - hier sind die Nutzer zumeist jünger.

Als ein potenzielles Problem führte Preis an, dass ein ungeübter Nutzer den Schub eines Pedelecs beim Anfahren unterschätzen kann - gerade an einer Kreuzung oder einer Einmündung kann dies gefährlich werden. Dringend warb der Vize-Leiter der Verkehrspolizeidirektion dafür, beim Fahren einen Helm und eine Fahrradbrille zu nutzen. Hintergrund: Unter den verschiedenen Klassen der Elektrofahrräder ist das Pedelec verkehrsrechtlich einem normalen Fahrrad gleichgestellt. Der eingebaute Elektromotor unterstützt nur beim Betätigen der Pedale bis maximal 25 km/h. Es gibt keine Altersbeschränkung, keine erforderliche Fahrerlaubnis, keine Versicherungspflicht, keine Kennzeichenpflicht und eben keine Helmpflicht.

Neben diesen Pedelecs, die Preis zufolge den weit überwiegenden Anteil ausmachen, gibt es noch S-Pedelecs (Schnelle Pedelecs, bis maximal 45 km/h) und E-Bikes (Motorantrieb, ohne in die Pedale zu treten, bis 25 km/h). Für diese beiden Gruppen gelten aber Altersbeschränkungen, Fahrerlaubnispflicht, Versicherungspflicht und Helmpflicht.

Als Tipps der Polizei nannte Preis unter anderem:

"Machen Sie sich mit dem Pedelec vertraut!" Automobilclubs böten beispielsweise Fahrsicherheitstrainings an.

Vorausschauend und mit angepasster Geschwindigkeit fahren. Dabei auch beachten, dass die eigene Geschwindigkeit und Beschleunigung von anderen Verkehrsteilnehmern häufig unterschätzt wird.

Bremsweg beachten: Durch eine schnelle Fahrweise verlängert sich der Bremsweg. Auch wiegt das Pedelec mehr als ein normales Fahrrad, das verlängert den Anhalteweg ebenfalls.

Reifendruck regelmäßig kontrollieren

Radhelm und Schutzbrille tragen

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