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Herz, Hirn und Hallelujah
17.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Christoph Arens

Sie war die unbestrittene "Queen of Soul" und eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung. Das renommierte Magazin "Rolling Stone" kürte sie 2010 zur besten Sängerin aller Zeiten. Und US-Präsident Barack Obama, den sie 2015 mit "You Make Me Feel Like A Natural Woman" zu Tränen rührte, erklärte, er würde ihre Musik mit auf eine einsame Insel nehmen: Sie bringe das zum Klingen, was wirklich wichtig sei in jedem Menschen. Gestern ist die Gesangslegende Aretha Franklin 76-jährig gestorben.

2010 war bei ihr Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden. Da lagen bereits mehr als 50 Jahre Karriere hinter ihr, die ihr an die 40 Top-Ten-Hits, 18 Grammys und mehr als 75 Millionen verkaufte Tonträger einbrachten. Zu Obamas Amtseinführung 2009 sang sie für ihn vor zwei Millionen Menschen am Kapitol.

Herz, Hirn und Hallelujah - ihre gewaltige Stimme und das Feeling, das sie in ihre Songs legte, bewegte die Menschen weltweit. Ihr leidenschaftliches Klavierspiel wurde, wohl auch wegen der Kraft ihrer Stimme, oft verkannt. Die in Memphis geborene und in Detroit aufgewachsene Aretha Franklin ist ein Beispiel für die enge Verbindung, die Gospel, Pop und Soul miteinander eingehen können. Ihr Vater Clarence LaVaughn Franklin war ein bekannter Baptistenprediger. Seine Predigten, bisweilen halb gesungen, halb gesprochen, verkauften sich auch auf Platte.

"Das meiste, was ich stimmlich gelernt habe, kommt von ihm. Er gab mir den Sinn fürs Timing - und Timing ist für alles wichtig", sagte sie einmal. Auch das unterschwellig Politische an ihrer Musik der 60er, 70er Jahre hatte Aretha Franklin von ihrem Vater. Martin Luther King ging bei den Franklins ein und aus.

Zunächst sang Aretha mit ihren beiden Schwestern im Chor der väterlichen "New Bethel Baptist Church". 1956 erschien ihre erste LP, ein Gospelalbum. Mit 18 Jahren begann sie, auch Popmusik aufzunehmen. Den Grundstein ihrer großen Bekanntheit legte Franklin 1967 mit "I Never Loved A Man The Way I Loved You". Mit "Respect" wurde sie Ende der 60er Jahre zu einer Ikone der schwarzen Musik in den USA. Ihre Interpretation des Songs wurde zu einer Hymne der afroamerikanischen Bevölkerung. Es war eine Karriere mit Höhen und Tiefen, auch persönlichen Schicksalsschlägen: Als junges Mädchen musste sie den Tod der Mutter verkraften. Mit 15 hatte sie selbst bereits zweimal entbunden. Zwei weitere Kinder, zwei Ehen, Liebschaften und der Alkohol kamen dazu.

Franklin sang nicht nur ihre eigenen Stücke, sondern auch ausgewählte Songs der Beatles oder von Simon & Garfunkel. Ihr 1972 erschienenes Album "Amazing Grace" ist bis heute das meistverkaufte Live-Album der Gospelgeschichte. Immer wieder bewies Franklin, die gern im wallenden Pelzmantel auftrat, dass sie eine große Vielfalt an Musikstilen beherrscht. In den 80ern sang sie Duette mit Annie Lennox, George Michael, Elton John, James Brown oder Whitney Houston. 1987 stieg sie als erste Frau in die Rock and Roll Hall of Fame auf. Bei der Verleihung der Grammys 1998 sprang sie für Opernstar Luciano Pavarotti ein und sang die Arie "Nessun Dorma".

2014 meldete sich die Diva, die zeitlebens unter Lampenfieber, Essstörungen und Flugangst litt, mit dem Album "Aretha Franklin Sings the Great Diva Classics" eindrucksvoll zurück. 2017 brachte sie ihr letztes Album "A Brand New Me" heraus - quasi ihr Vermächtnis.

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