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Weniger Lohn - kaum Anreize
Der Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker (Mitte) im Gespräch mit Simon Schumacher (rechts) und Joachim Huber. Foto: pr
28.08.2018 - 00:00 Uhr
Iffezheim (red) - Die Spargel- und Erdbeersaison in diesem Jahr brachte den Erzeugern im Südwesten zwar gute Erträge und Umsätze, aber nach wie vor brennt ihnen das Problem mit den Erntehelfern auf den Nägeln. Sie hoffen auf eine politische Lösung, wie Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer, bei einem Termin auf dem Huber-Hof in Iffezheim sagte.

Dort kamen Schumacher und Hausherr Joachim Huber mit dem mittelbadischen CDU-Bundestagsabgeordneten Kai Whittaker zusammen. Dieser ist Mitglied im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales, wo das heikle Thema im September auf der Tagesordnung steht.

Deutschlandweit werden dafür 180000 Erntehelfer für mindestens drei Monate im Jahr benötigt, betonte Schumacher. Die Lage am Arbeitsmarkt habe sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert, ergänzte Erzeuger Huber. In der Hauptsaison hat er bis zu 180 osteuropäischer Erntehelfer angestellt. Der Anteil von Polen, die früher die große Mehrzahl der Erntehelfer stellten, sei in seinem Betrieb stark zurückgegangen, stattdessen seien nun vermehrt rumänischen Arbeiter engagiert.

Eine aktuelle Übergangsregelung, die im Rahmen des Mindestlohngesetzes eingeführt worden ist, erlaubt seit 2015 eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung mit einer Dauer von drei Monaten (70 Tagen) pro Jahr. Ab 2019 soll die maximale sozialversicherungsfreie Beschäftigungsdauer jedoch auf zwei Monate (50 Tage) pro Jahr reduziert werden.

"Für die Landwirtschaft, insbesondere für unsere Spargel- und Erdbeeranbauer, ist das aufgrund des steigenden Mindestlohnes und der angespannten Erlössituation kaum realisierbar. Und der Anreiz für osteuropäische Erntehelfer, die Arbeit überhaupt anzunehmen, sinkt dramatisch, wenn es beim Lohn zu Abzügen von 20 Prozent kommt", sagte Experte Schumacher. Hinzu kommt: Ausländische Erntehelfer beziehen quasi keine Leistungen aus dem deutschen Sozialsystem, weil sie in der Regel privat durch den Arbeitgeber krankenversichert werden und 20 Jahre in Deutschland je drei Monate arbeiten müssten, um die Rentenanwartschaft von fünf Jahren zu erreichen, so Schumacher.

Whittaker unterstützt die Forderung, den kurzfristigen Beschäftigungszeitraum bei drei Monaten (70 Tagen) auch über 2018 zu belassen. "Ich sehe hier dringenden Handlungsbedarf für eine Verlängerung der Regelung für Saisonarbeitskräfte. Wir wollen auch weiterhin heimischen Spargel und Erdbeeren für einen erschwinglichen Preis erwerben. Dafür brauchen wir aber ausländische Erntehelfer, deren Anstellung wir erleichtern und nicht erschweren sollten", sagte Whittaker.

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