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Erinnerung an innerdeutsche Geschichte
Zurück am alten Standort: Der Berliner Gedenkstein an der Durlacher Allee in Karlsruhe. Foto: Kasig
29.08.2018 - 00:00 Uhr
Karlsruhe (red) - Karlsruhe hat seinen Berliner Meilenstein wieder: Gestern wurde laut einer Pressemitteilung der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in der Durlacher Allee der rötliche Stein wieder aufgestellt, der jahrzehntelang die Entfernung von diesem Punkt in Karlsruhe nach Berlin verkündete - nämlich 700 Kilometer. Der 2,2 Tonnen schwere Stein war im September 2011 entfernt worden, nachdem am Durlacher Tor die Arbeiten an der künftigen unterirdischen Haltestelle begonnen hatten. Zwischenzeitlich wurde er bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) im Bauhof aufbewahrt. In Absprache mit der Denkmalbehörde wird der Stein nach seiner heutigen Aufstellung in den nächsten Tagen fachmännisch gereinigt, so dass er wieder seinen alten rötlichen "Glanz" erhält.

Mit diesem Karlsruher und weiteren bundesweit errichteten "Berliner Meilensteinen" eng verknüpft ist ein Kapitel innerdeutscher Geschichte: Um trotz der deutschen Teilung nach dem Kriegsende 1945 die Erinnerung an die ebenfalls geteilte, aber zusätzlich rundum von der "Ostzone", der späteren Deutschen Demokratischen Republik (DDR) umgebene ehemalige deutsche Hauptstadt Berlin wach zu halten, verfügte der damalige Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm 1953 die Aufstellung von Steinen, die immer einen (Berliner) Bären zeigten und zusätzlich die Entfernung angaben vom Aufstellort nach Berlin, genauer: zum heutigen Marion-Gräfin-Dönhoff-Platz an der Leipziger Straße in Berlin-Mitte. Hier steht nämlich eine Kopie des "Null-Meilensteins" von 1730 aus preußischer Zeit.

Die Berliner Meilensteine wurden ursprünglich entlang von Autobahnen platziert. Jeweils im Abstand von 100 Kilometern sollte ein Stein aufgestellt werden, hatte sich das der Initiator der Aktion, Gerd Bucerius, damals Berlin-Beauftragter der Bundesregierung, gedacht. Doch soweit kam es nach Aufstellung des ersten Steins 1954 an der Autobahn A3 bei der Raststätte Fernthal durch den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss nicht, obwohl die Steine kostenlos von der Regierung bereitgestellt wurden. Stattdessen ergriffen etliche Kommunen die Gelegenheit, einen Meilenstein zu errichten - in der Gestaltung waren sie frei. Etwa 300 "kommunale" Steine sollen im Lauf der Jahre gesetzt worden sein - zum Teil noch in den 80er Jahren, die für das Ende der deutschen Teilung 1989 stehen.

Der Karlsruher Gedenkstein für Berlin steht seit 1961 an der Durlacher Allee: Am 4. November 1959 schlug der Bund der Berliner und Freunde Berlins, Kreisverband Karlsruhe, dem damaligen Oberbürgermeister Günther Klotz - zugleich auch Schirmherr des Kuratoriums unteilbares Deutschland - vor, einen Gedenkstein für Berlin aufzustellen. Am 14. Juli 1960 billigte der Kulturausschuss den vom OB vorgeschlagenen Standort am Durlacher Tor. Im November 1960 beauftragte der Gemeinderat den Grötzinger Bildhauer Josef Weber mit der Herstellung des Gedenksteins, der dann am (damaligen) Tag der deutschen Einheit, am 17. Juni 1961, aufgestellt wurde. Der gestern wiederaufgestellte Stein ist eine Kopie: 1973 wurde der Stein durch einen Autounfall beschädigt, später fiel er bei Straßenbauarbeiten vom Sockel und musste durch eine genaue Nachbildung des Originals ersetzt werden. Der Karlsruher Stein trägt auch das Stadtwappen "Fidelitas".

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