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Schüler zur Demokratie erziehen
Schüler zur Demokratie erziehen
11.09.2018 - 06:15 Uhr
Von Brigitte J. Henkel-Waidhofer

Stuttgart - Nur zwei Jahre, nachdem die neuen Bildungspläne im Land in Kraft getreten sind, arbeitet das Kultusministerium an einer Ergänzung in einem wesentlichen Punkt. Den bisher sechs Leitperspektiven, die in den Unterricht aller Altersgruppen und in allen Fächern einfließen müssen, wird mit der "Demokratieerziehung" eine siebte hinzugefügt.

"Wir brauchen konkrete Hinweise und Unterstützung für die Praxis an den Schulen" erläutert Ministerin Susanne Eisenmann (CDU), die damit auch eine Idee der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufnimmt.

Gebetsmühlenhaft hatte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz das Anliegen der Lehrergewerkschaft in den mehr als zwei Jahre dauernden Diskussionen über die Bildungsplanreform eingebracht. Im Landtagswahlkampf unternahm sie, wie auch der Landeseltern- und der Landesschülerbeirat, noch einmal einen Anlauf, bedauerte, "dass unser Anliegen bisher von keiner Partei geteilt wird".

Die GEW hatte - neben den Leitperspektiven "Berufliche Orientierung" (BO), "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE), die so lange umstrittene "Bildung für Toleranz und Vielfalt" (BTV), die auch sexuelle Vielfalt ausdrücklich einschließt, Medienbildung (MB), Prävention und Gesundheitsförderung (PG) sowie Verbraucherbildung (VB) - die herausgehobene Befassung mit dem Thema "Demokratieerziehung und Friedensbildung" verlangt. "Die gesellschaftlichen Entwicklungen machen mehr als deutlich, dass das, was eine Gesellschaft zusammenhält, nicht weniger, sondern mehr Platz an unseren Schulen braucht", erläuterte Moritz.

Grundsätzlich ist die politische Bildung bundesweit seit Mitte der Siebziger Jahre geregelt, in einem nach dem Beratungsort Beutelsbach bei Stuttgart benannten Konsens. Der verlangt, nach dem Überwältigungs- oder Indoktrinationsverbot, dass Lehrkräfte Schülern ihre Meinung nicht aufzwingen, sondern sie vielmehr in die Lage versetzen, "sich mit Hilfe des Unterrichts eine eigene politische Meinung zu bilden". Die Bildungsplanreform 2004 wollte Schulen animieren in ihren - damals neuen - Curricula, die Stärkung der politischen Bildung und der Demokratieerziehung aufzunehmen.

Die Bilanz fiel allerdings wenig positiv aus, weshalb zehn Jahre später auch ein neuer Anlauf unternommen wurde. 2016 wandte sich der Vorsitzende des Landeselternbeirats Carsten Rees sogar direkt an Eisenmanns Vorgänger Andreas Stoch (SPD), weil es sich beim Verzicht auf die verlangte Leitperspektive zur Demokratieerziehung um ein "riesiges Manko und eine erschreckend geringe Wertschätzung für dieses Thema" handele.

Wie schnell die Ergänzung der Bildungspläne auf den Tisch kommt, ist noch ungeklärt. Aber Eisenmann räumt die Versäumnisse der Vergangenheit ein. Denn bereits seit einigen Jahren würden "bedenkliche Tendenzen in Politik und Gesellschaft festgestellt, die viel mit demokratischem Bewusstsein und politischer Bildung zu tun haben". Demokratie sei kompliziert und deshalb "ist es mir wichtig, politische Bildung und demokratische Erziehung auch über besonders einschlägige Fächer wie Geschichte oder Gemeinschaftskunde hinaus zu stärken".

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