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Keine Beweise für Erpressungsgeschichte
Keine Beweise für Erpressungsgeschichte
12.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Florian Krekel

Baden-Baden - Die Geschichten und Aussagen sind immer die gleichen. Der Schwimmlehrer Dimitri T. habe die ihm anvertrauten Kinder im Intimbereich unsittlich berührt und sei in einigen Fällen sowohl vaginal als auch anal in die kleinen Mädchen eingedrungen. So berichteten es im Missbrauchsprozess vor dem Baden-Badener Landgericht Eltern, Kinder und gestern auch die Polizeibeamten, die die Kinder verhört und Beweise gesichert hatten. Die Vorwürfe gegen einen Ex-Chef, den Dimitri T. beschuldigte, ihn erpresst zu haben, wurden indes fallengelassen.

Die Behörden hätten bei dem Schwimmschulbetreiber, der letzte Woche selbst als Zeuge vor Gericht erschien und dessen Wohnung sowie die Geschäftsräume noch am Tag der Anschuldigungen durch T. durchsucht wurden, keine Beweise für die Theorie der Erpressung gefunden. Dimitri T. hatte behauptet, sein Chef habe ihn mit Nacktfotos seiner - also T.s - Frau gezwungen, die zunächst mehr oder minder aus Versehen angefertigten pornografischen Aufnahmen der Kinder fortzusetzen und zu intensivieren und habe ihn somit zu einem Großteil der Straftaten - darunter Filme, die einen massiven Missbrauch der Kinder zeigen - erpresst.

Der beschuldigte Betreiber der Schwimmschule hatte diesen Vorwurf als haltlos zurückgewiesen. Wie die Staatsanwaltschaft jetzt mitteilte, konnten bei ihm "keinerlei Unterlagen, Fotos oder Videoaufnahmen aufgefunden werden, die die Behauptungen des Schwimmlehrers auch nur annähernd stützen würden". Nähere Angaben zu den Ermittlungen wollte die Staatsanwaltschaft Baden-Baden nicht machen. Die Verteidigerseite wird aber wohl in einer der nächsten Sitzungen ein näheres Eingehen auf die Ergebnisse der Nachforschungen verlangen. Sie bezweifelt offenbar, dass die beim Schwimmschulbetreiber gefundenen Daten wirklich noch aus der Zeit des Erpressungszeitraumes stammen und somit beweiskräftig sind.

Für viele Verfahrensbeteiligte völlig neu waren die Aussagen eines mit den Untersuchungen befassten Kripobeamten. Denn der berichtete nicht nur von pornografischen Aufnahmen von Kindern, die die Behörden auf T.s Laptop und Fotokameras gefunden hatten, sondern auch von heimlich getätigten Aufnahmen aus einer öffentlichen Sauna. Die Menschen darauf seien offenbar ohne ihr Einverständnis gefilmt worden, und zwar wie es in einer Sauna üblich sei nackt, so der Polizist. Zudem habe man heimlich gefilmte Aufnahmen von Dimitri T.s eigener Frau beim Duschen entdeckt. Aktuell läuft bei der Staatsanwaltschaft Baden-Baden aber noch kein Ermittlungsverfahren wegen der verdeckten Saunaaufnahmen, da auch die Justizbehörde erst kürzlich von diesen erfahren hatte. Die Verhandlung wird nächste Woche fortgesetzt, mit einem Urteil ist nicht vor November zu rechnen.

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