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Daimler: Ziele
Daimler: Ziele
09.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Gaggenau/Wörth - Die Botschaft ist klar: Eine Reduzierung von CO 2 bei schweren Lkw von 20 Prozent bis 2025 und 35 Prozent bis 2030, wie sie der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments fordert, ist aus Sicht der Nutzfahrzeughersteller unrealistisch. Das EU-Parlament will am kommenden Mittwoch über die Thematik abstimmen. Die Hersteller befürchten massive finanzielle Belastungen und sehen Arbeitsplätze in Gefahr.

Die geplante Regulierung fällt in eine Zeit, in der Nutzfahrzeugehersteller in Europa mit stagnierenden beziehungsweise sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen haben. Bei der Daimler AG mit seiner Marke Mercedes-Benz schrillen daher die Alarmglocken. Rund 30 000 Arbeitsplätze hängen an den Nutzfahrzeugen, davon viele im Lkw-Werk in Wörth, aber auch an wichtigen Zulieferer-Standorten wie Gaggenau. Das Unternehmen hat gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat sowie den Betriebsratsvorsitzenden der betroffenen Werke Wörth, Mannheim, Gaggenau und Kassel im Vorfeld der EU-Entscheidung die Initiative ergriffen und einen "Brandbrief" an eine Vielzahl von Politikern auf EU-, Bundes- und Landesebene geschrieben. Darin wird die Position des Konzerns zur Problematik noch einmal verdeutlicht. "Bestmögliche CO 2 -Effizienz war und ist für unser Unternehmen ein selbstverständliches Ziel", heißt es in dem Schreiben, das der BT-Redaktion vorliegt. Es sei Daimler demnach gelungen, in den vergangenen 20 Jahren neben der Umsetzung von sechs Euro-Emissionsstufen auch die Kraftstoff- und die CO 2 -Effizienz der am meisten verkauften Fahrzeuge um insgesamt 22 Prozent zu verbessern.

Der jetzt in Brüssel diskutierte Regulierungsvorschlag gehe aus Unternehmenssicht weit über das technisch Leistbare hinaus, heißt es in dem Schreiben. Daimler selbst hält eine Reduzierung von jährlich 1,5 Prozent im kommenden Jahrzehnt für realistisch - wenn auch für ambitioniert. Gleichzeitig, so heißt es, stünden alternative Antriebe und die dafür nötige Infrastruktur für den Lkw-Verkehr bislang nicht im erforderlichen Umfang bereit.

Und noch ein Kritikpunkt: Die Nutzfahrzeug-Hersteller halten die geplanten Strafzahlungen für die Überschreitung von Grenzwerten für überzogen. Demnach würden pro überschrittenem Gramm pro Tonnenkilometer 6 800 Euro fällig. Diese Summe ist im Vergleich 30 Mal höher als bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen.

Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat am 18. Oktober mehrheitlich für die neuen Werte gestimmt. Er verschärfte damit die ursprüngliche Forderung der EU-Kommission noch einmal deutlich. Diese hatte eine Reduzierung der CO 2 -Emissionen schwerer Lkw um 15 Prozent bis 2025 sowie um 30 Prozent bis 2030 vorgesehen.

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