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Brückenschlag über den Rhein
17.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Baden-Baden - Als die EU-Kommission im Jahr 1992 ein Kooperationsnetzwerk mit Namen EURES ins Leben rief, ging es vor allem darum, die Wanderarbeiter innerhalb Europas zu betreuen. Inzwischen ist das Aufgabenspektrum deutlich größer und EURES für den Arbeitsmarkt noch wichtiger geworden. Dies wird aktuell beim "kleinen Grenzverkehr" zwischen Deutschland und Frankreich deutlich.



Es herrscht reger Publikumsverkehr an diesem Donnerstag im Salle Polyvalente in Forstfeld. In dem kleinen elsässischen Ort nahe der Staustufe Iffezheim haben neun deutsche Unternehmen - in der Mehrzahl Logistiker - ihre Informationsstände aufgebaut. Sie sind auf der Suche nach Personal, das sie in Deutschland derzeit kaum noch finden. Dagegen verspricht das grenznahe Elsass noch viel Potenzial. Tatsächlich kommen zur Arbeitsbörse "Recrutement sans frontière" der Agentur für Arbeit und ihres französischen Pendants Pôle emploi zahlreiche Stellensuchende aus der elsässischen Nachbarregion.

Für sie ist es durchaus eine Überlegung wert, künftig zum Arbeiten über die Grenze nach Deutschland zu gehen. "Allein im vergangenen Jahr hatten wir 275 erfolgreiche Vermittlungen", sagt Daniela Zink. Sie ist Beraterin des Netzwerks EURES (EURopean Employment Services) und in dieser Funktion bei der Agentur für Arbeit in Rastatt tätig. Die erfahrende Fachfrau ist von der ersten Stunde an dabei. Als EURES 1992 gegründet wurde, war sie bereits Arbeitsvermittlerin in Rastatt und wegen ihrer guten Kontakte ins Elsass sehr gefragt. "Ich hatte damals schon häufig mit Grenzgängern zu tun", sagt sie. Und so bot es sich an, über Qualifizierungsmaßnahmen und nach einer persönlichen Elternzeit bei EURES einzusteigen. Seit 2010 ist die erfahrene Beraterin nun ausschließlich für die grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung zuständig.

Lückenloser Service



beiderseits des Rheins

"Anfangs war alles noch etwas schwierig. Technische Hilfen wie das Internet gab es noch nicht", erinnert sie sich im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Das änderte sich dann aber. Nach und nach wurde das Netzwerk verfeinert - bis schließlich ein lückenloser Service für Arbeitssuchende entlang des Oberrheins mit insgesamt fünf Vermittlungsstellen aufgebaut war. Dieses EURES-T Oberrhein ist nun eine von zahlreichen Partnerschaften innerhalb von EURES. Wobei im speziellen Fall neben Deutschland und Frankreich noch die Schweiz als weiterer Nachbarn einbezogen ist.

Natürlich habe sich in den nahezu 20 Jahren seit Gründung von EURES vieles verändert, sagt Daniela Zink. Beispielsweise in der Zusammenarbeit mit dem französchen Partner ("sie ist viel intensiver geworden, es gibt einen regelmäßigen Austausch"). Auch die Arbeitsmärkte beider Länder haben sich unterschiedlich entwickelt, und der jeweilige Zugang sei anders geregelt, sagt die Beraterin. Zudem gibt es erhebliche rechtliche Unterschiede, etwa gilt in Frankreich die 35-Stunden-Woche und der Rentenbeginn ist schon mit 62 Jahren.

Franzosen, die sich für einen Job in Deutschland interessieren, benötigen daher Unterstützung und fachliche Begleitung. Und die bekommen sie gleich doppelt. "Mit unseren französischen Kollegen zusammen geben wir jedwede Hilfestellung", sagt Zink. Die persönliche Beratung - des Arbeitssuchenden ebenso wie die des potenziellen Arbeitgebers - ist dabei nur einer von vielen Bausteinen. Letztendlich geht unsere Betreuung zeitlich sogar noch über die erfolgreiche Arbeitsplatzvermittlung hinaus", sagt Zink.

Die Grenzgänger des Jahres 2018 sind nur noch bedingt mit den Wanderarbeitern von vor der Jahrtausendwende vergleichbar. "Damals wurden oft weite Wege in Kauf genommen, um Arbeit zu finden", sagt Zink. "Heute wollen die Menschen möglichst in der Region bleiben." Das wiederum erhöht die Chance für Betriebe beispielsweise in Baden, Personal aus dem Elsass für sich zu gewinnen. Denn die "Wanderung" findet seit einigen Jahren vor allem in eine Richtung statt: nach Deutschland. "Etwa zwei Drittel der von uns vermittelten Beschäftigten schlagen diesen Weg ein", sagt Daniela Zink.

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