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Klöckner: Kinder besser schützen
09.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Trittmann

Karlsruhe - Wie verhindert man Übergewicht und Mangelernährung bei Kindern? Eine Frage, der sich das neue Institut für Kinderernährung widmen wird. Es ist am Max-Rubner-Institut in der Karlsruher Oststadt angesiedelt und hat gestern offiziell seine Arbeit aufgenommen. Zum Start kam die oberste Dienstherrin, Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU).

Insgesamt 23 Experten werden wissenschaftliche Erkenntnisse zu kindlicher Ernährung sammeln, werden sich den Themen Übergewicht und Adipositas widmen, aber auch der Magersucht (Anorexie).

Das Institut werde vorhandene und neue wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Kinderernährung systematisch zusammenführen und bewerten, wie das Ministerium mitteilt. Im Fokus stehen einerseits die Fehlernährung in der Schwangerschaft und ihre Folgen auf das Kind sowie andererseits die Frage, welchen Einfluss die Ernährung im Säuglings- und Kleinkindalter auf die weitere Gewichtsentwicklung der Kinder hat. Ebenso wird aber das Ernährungs- und Essverhalten von Schulkindern und Jugendlichen erforscht.

Die Arbeit ist praxisorientiert: "Wir liefern wissenschaftliche Grundlagen, damit die Politik Entscheidungen treffen kann", sagte Pablo Steinberg, der Leiter des Max-Rubner-Instituts. Es ist ein Forschungsinstitut des Bundes für Ernährung und Lebensmittel mit knapp 700 Mitarbeitern an fünf Standorten. Mit dem neuen Institut in Karlsruhe sei man nun komplett, sagte Steinberg: "Wir haben jetzt die Möglichkeit, das Thema Ernährung vom Säuglings- bis zum Erwachsenenalter abzubilden."

Die Leiterin der neuen Einrichtung, Regina Ensenauer, erklärte, der Fokus der Arbeit liege auf der frühen Prägung der Kinder. Bisherige Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass schon das Gewicht der Mutter am Beginn der Schwangerschaft erheblichen Einfluss auf das spätere Gewicht des Kindes habe. Doch hier gebe es noch viel Forschungsbedarf.

"Die Kilos, die man in jungen Jahren zu viel hat, tragen die meisten ein Leben lang mit", sagte Klöckner. Mit allen negativen gesundheitlichen Folgen. "Das ist eine Belastung für jeden Betroffenen, aber auch für das Gesundheitssystem." Sie bekundete, sie wolle Politik "nicht aus dem Bauch heraus machen", sondern mit dem Kopf - was bedeute, dass sie auf wissenschaftliche Begleitung und Untermauerung setze.

Vor diesem Hintergrund bekundete sie erneut ihre Skepsis gegenüber eine Zuckersteuer und einer Lebensmittel-Ampel. "Manche glauben ja, das Abendland geht unter, wenn man nicht zu allem ein Gesetz macht", sagte die 46-Jährige. Ihr Fokus liege trotzdem nicht auf Gesetzen und Verboten, sondern auf Aufklärung, freiwilligen Regeln und auch auf Forschung und Innovation. "Ohne Einsicht geht es nicht", appellierte sie an jeden Einzelnen. "Jeder weiß, wie wichtig Bewegung und gute Ernährung sind. Und niemand wird davon abgehalten, seine Kinder gut zu ernähren." Hier seien die Eltern in der Pflicht.

Klöckner verwies zudem auf ihre Bemühungen, Fehlentwicklungen zu korrigieren. So sehe ihre "Nationale Reduktionsstrategie" vor, dass bis 2025 deutlich weniger Salz, Zucker und Fett in Fertigprodukten zu finden sei. Auch werde sie nicht hinnehmen, dass Frühstückscerealien für Kinder 20 Prozent mehr Zucker enthielten als jene für Erwachsene. Zudem gelte es, "in allen Lebensphasen die Ernährungskompetenz zu stärken".

Klöckner hält das Prinzip Eigenverantwortung hoch - außer bei den Kleinsten. "Wir Erwachsenen können wählen, was wir essen, Schokokeks oder Apfel", sagte Klöckner. "Ich werde nicht die "Geschmacks-Nanny", nicht die Gouvernante der Nation sein." Doch Kinder könnten nicht selbst wählen, und deshalb werde sie "regulierend eingreifen". Konkret: Sie werde die Diätverordnung noch in diesem Jahr so ändern, dass Zuckerzusatz im Babytee verboten sei. Und auf EU-Ebene würden strengere Regeln für Baby-Beikost erarbeitet.

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