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Vom Straßenausbau bis zur Seilbahn
14.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Rastatt/Baden-Baden - Dass sich die Mobilität in unserer Gesellschaft gerade rasant verändert, wird nicht nur in der Diskussion um Elektrofahrzeuge und selbstfahrende Autos deutlich. Schon im kleinen, sprich regionalen, Rahmen, sind Veränderungen auf Straße und Schiene, auf dem Wasser und in der Luft deutlich erkennbar. Daher kommt ein Mobilitätskonzept, das die Wirtschaftsregion Mittelbaden angestoßen hat, genau zur richtigen Zeit.

"Es geht um eine ganzheitliche Betrachtung der Mobilität in der Region", sagte der scheidende Landrat Jürgen Bäuerle gestern bei der Präsentation in Form eines sogenannten Weißbuchs. Das in einem längeren Prozess unter Einbeziehung der Kommunen und der Bürger entwickelte Konzept soll Entwicklungschancen und Handlungsfelder im gesamten Mobilitätsbereich für die nächsten 15 bis 20 Jahre aufzeigen sowie umsetzbare Maßnahmen vorschlagen, wie die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Wirtschaftsregion Mittelbaden (IG WRM), Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen, ergänzend sagte. "Außerdem ist das Weißbuch eine Argumentationshilfe gegenüber den zuständigen Ministerien in Bund und Land", so Mergen. Letztlich gehe es darum, wichtige verkehrliche Projekte in der Region zu beschleunigen, weil diese ein wesentlicher Standortfaktor, etwa für die Wirtschaft, seien.

Claus Haberecht, Geschäftsführer der IG WRM, betont die Vielfältigkeit der Verkehrsinfrastruktur in der Region, die beste Voraussetzungen für eine positive Weiterentwicklung böte. Zumal eine ganze Reihe von Maßnahmen wie etwa der B3-Lückenschluss bei Sinzheim (Realisierung bis Ende 2020), der Ausbau der B 462 bei Bad Rotenfels oder der Umbau des Autobahnanschlusses Rastatt-Nord (beide Planungen in Vorbereitung) sich bereits im laufenden Verfahren befänden.

Das Weißbuch Mobilität setzt sich mit seinen Handlungsfeldern bewusst hohe Ziele. Beim Schienenverkehr denkt die IG WMR beispielsweise an ein drittes Gleis zur Entlastung der Rheintalbahn zwischen Rastatt und Karlsruhe sowie an ein zweites Gleis auf der Murgtalstrecke zwischen Rastatt und Gaggenau. Auch die Idee einer Schienenanbindung des Baden-Airparks greift das Mobilitätskonzept wieder auf.

Wie wichtig künftig die Wasserstraßen bei einem insgesamt deutlich zunehmenden Verkehr sein werden, zeigte zuletzt eindringlich die Tunnelhavarie auf der Rheintalbahn. Ein Ausbau der vorhandenen Infrastruktur für die Binnenschifffahrt sei zwar nicht geplant, allerdings würde eine kleine Anlegestelle nördlich der Staustufe bei Iffezheim die Erreichbarkeit verbessern, glaubt Geschäftsführer Haberecht.

Auch das Elsass spielt in den Überlegungen zur regionalen Mobilität eine Rolle. Allein rund 7 000 Pendler kommen täglich zur Arbeit über den Rhein - die meisten im eigenen Auto. Hier könnten koordinierte Angebote der Unternehmen eine deutliche Entlastung von Hauptverkehrswegen wie der B 500 bringen.

Im neuen Weißbuch ist die Liste mit möglichen Maßnahmen lang und enthält auch Vorschläge zur Förderung einer umweltfreundlichen Mobilität wie etwa eine Seilbahn für die Anbindung des Nationalparks an den ÖPNV in Bühlertal oder Forbach.

Mehr Raum für



den Radverkehr

Auch der Radverkehr hat Priorität. Die Region verfüge zwar über ein gut ausgebautes Netz, sagt Haberecht, und derzeit wird der Korridor Karlsruhe-Baden-Baden-Bühl in einer Machbarkeitsstudie für Radschnellwege untersucht, aber neue Trends und Entwicklungen in der E-Mobilität sind künftig zu berücksichtigen.

Dem öffentlichen Personennahverkehr auf Straße und Schiene wird im neuen Konzept grundsätzlich eine wesentliche Rolle zugewiesen. Denn hier sind re lativ rasch Verbesserungen zu erreichen, etwa mit einem leistungsfähigen Mobilitätsmanagement. Die Digitalisierung bietet hier enorme Chancen - insbesondere bei der Vernetzung der zahlreichen Angebote innerhalb des ÖPNV in der Region.

Und wie geht es jetzt konkret weiter? "Wir haben mit dem Weißbuch eine Bestandsaufnahme und Analyse des Ist-Zustands und gleichzeitig werden auf den verschiedenen Handlungsfeldern Perspektiven aufgezeigt", sagt Landrat Bäuerle. Das Weißbuch enthält Prioritätenlisten von Maßnahmen, die vordringlich angegangen werden sollen. Dazu will sich die IG WRM mit den zuständigen Behörden in Verbindung setzen und gleichzeitig die beteiligten Kommunen dazu ermuntern, ihre Projekte vor Ort mit Nachdruck anzugehen. Und schließlich muss in regelmäßigen Abständen überprüft werden, welche Projekte aus dem Weißbuch tatsächlich aufgegriffen wurden, beziehungsweise, wo noch Handlungsbedarf besteht.

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