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Windatlas
Windatlas
15.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Brigitte J. Henkel-Waidhofer

Stuttgart - Seit Jahren schon ist die Windkraft heftig umstritten in Baden-Württemberg. Den Befürwortern stehen leidenschaftliche Kritiker gegenüber. Das grün-geführte Umweltministerium will dem Ausbau auf Basis einer umfassenden Datensammlung neue Impulse geben. So sollen Kommunen künftig auf interaktiven Karten einsehen können, wo es sich für sie lohnt, ihre Planungen voranzutreiben. Denn der Ausbau stockt, was entgegen der landläufigen Meinung nichts mit zu wenig Wind zu tun hat, sondern mit deutlich höheren Baukosten als im flachen Norddeutschland.

Der Vorstandsvorsitzende der EnBW, Frank Mastiaux, hat sich erst kürzlich zu Wort gemeldet, aber auch der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle, und Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) ohnehin. Alle wollen mehr Anlagen im Land. Es sei "problematisch, dass in den vergangenen zwei Jahren fast alle Zuschläge für den Bau von Windparks an Projekte nördlich der Mainlinie gingen", so Mastiaux, der Chef von Deutschlands drittgrößtem Stromkonzern. Aus Transport- und Kostengründen müsse Windenergie viel stärker dort produziert werden, wo sie verbraucht werde. Feste Quoten sind im Gespräch. Auch Untersteller ist beim Bund vorstellig geworden. Ein Antrag der Grünen im Bundestag auf Festlegung von Regionalquoten im Erneuerbare-Energie-Gesetz ist allerdings abgelehnt worden. Jetzt ist auf Bundesebene die neue Arbeitsgruppe "Akzeptanz und Energiewende" am Zug mit Vorschlägen, wie bis 2030 ein 65-Prozent-Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung zu erreichen ist. Unstrittig würden Regionalquoten der Dezentralisierung und damit einer ausgewogeneren Auslastung der Netze zugutekommen.

"Emotionen aus der



Diskussion nehmen"

Für Untersteller zeigen die Zahlen aus dem Land die Notwendigkeit, umzusteuern. Ende 2018 produzierten 720 Windräder im Land Strom. Weitere 44 weitere Anlagen sind genehmigt, nur 27 davon allerdings im vergangenen Jahr. Mit dem neuen Informationsangebot will das Umweltministerium eine "präzisierte Hilfestellung" leisten, damit neue mögliche Standorte ins Auge gefasst werden können.

Dass sie beim zur Zeit bundesweit gültigen Ausschreibungsverfahren zum Zuge kommen, ist allerdings ohnehin mehr als fraglich. Der Grund liegt in dem überdurchschnittlich hohen Aufwand, der mit der Errichtung von Anlagen im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb verbunden wäre.

Basis bisheriger Entscheidungen ist der inzwischen acht Jahre alte Windatlas. Den hatte FDP-Wirtschaftsminister Ernst Pfister vorgelegt, als "unverzichtbare Planungshilfe für alle letztendlich allein zuständigen regionalen und kommunalen Planer". Dazu wollte Pfister "vor allem die Emotionen aus der Diskussion nehmen". Ausgewiesen wurden Windstärken, wie Pfister damals erläuterte, mit einer bundesweit einmaligen Genauigkeit. Für die neuen Karten, die laut Umweltministerium in einigen Monaten verfügbar sein sollen, werden zusätzliche Daten wie die Luftdichte und vor allem nicht nur Prognosen eingearbeitet, sondern reale Erkenntnisse aus dem Betrieb der schon bestehenden Anlagen. Und wie 2011 hoffen die Fachleute im Haus Untersteller auch diesmal auf eine Versachlichung der Debatten vor Ort.

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