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Jahr der Extreme macht wenig Freude
Jahr der Extreme macht wenig Freude
27.03.2019 - 00:00 Uhr
Karlsruhe (win ) - Die Obst- und Gemüseanbauer blicken erneut auf ein Jahr mit vielen Extremen und teilweise deutlich zurückgehenden Erntemengen und Umsätzen zurück. Wie Roman Glaser, der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), gestern in Karlsruhe sagte, gelang es oftmals nicht, mit den Einnahmen die Erntekosten zu erwirtschaften.

Vor allem im Obstbau, wo die Umsätze mit 142 Millionen Euro um rund 20 Prozent unter dem ohnehin schon schwachen Vorjahr lagen, habe sich das zweite Extremjahr in Folge negativ ausgewirkt. Im Gemüsebau legte der Umsatz zwar insgesamt auf 233 Millionen Euro zu (plus drei Prozent), doch auch hier gab es in einigen Bereichen erhebliche Umsatzrückgänge. So sank bei Spargel die Erntemenge um rund fünf, der Umsatz sogar um zehn Prozent.

Schon das Jahr 2017 war speziell für die Apfelproduzenten ein höchst schwieriges Jahr. Frost zur Unzeit ließ einen erheblichen Teil der Ernte ausfallen, mit den Folgen hatte die Branche auch noch im vergangenen Jahr zu kämpfen. "Ab April gab es im Handel praktisch keine heimische Ware mehr, in der Vermarktung fehlten uns deshalb komplette vier Monate." Dass im vergangenen Herbst dann die Ernte vier mal so hoch ausfiel wie 2017, half nur wenig, denn die großen Obstmengen ließen die Preise purzeln. Besonders eklatant waren die Unterschiede bei den Erdbeerbauern, die sich zwar über eine um 33 Prozent höhere Ernte freuen durften, trotzdem aber Umsatzrückgängen von vier Prozent verkraften mussten. Bei Zwetschgen verdreifachte sich die Erntemenge sogar, die Umsätze stiegen aber nur um 56 Prozent. Dies alles bei steigenden Kosten und immer größer werdenden Personalsorgen. Erntehelfer aus Osteuropa kommen seltener oder sind inzwischen auch in anderen Branchen begehrt (Bau, Paketdienste). "Die Lage spitzt sich zu", sagte Glaser.

Immer mehr Betriebe reduzierten ihre Anbauflächen, weil sie gar nicht mehr alles abernten können. Ohne Hilfe beim Risikomanagement durch die Politik dürfte sich die Entwicklung in den kommenden Jahren noch verschärfen. Hinzu komme die geringe Wertschätzung in der Öffentlichkeit.

Es gab allerdings nicht nur schlechte Nachrichten. Bei der Blumenvermarktung könne man auf ein gutes Jahr zurückblicken, und auch der Start ins laufende Jahr stimme zuversichtlich. Im Gemüseanbau profitierte vor allem der badische Landesteil, wobei insbesondere der wettergeschützte Anbau unter Glas verlässliche Einnahmen verspreche.

Auch der ökologische Anbau sei weiter auf dem Vormarsch, auch wenn in manchen Bereichen die Grenzen bei der Vermarktung absehbar seien. Auf alle Fälle müsse man aber die Erzeuger bei der Umstellung begleiten, sieht Johannes Bliestle der Reichenau-Gemüse eG Arbeit auf den Genossenschaftsverband, den Einzelhandel und die Politik zukommen. Ärgerlich sei, dass beim heimischen Anbau immer mehr Spritzmittel verboten würden, während gleichzeitig Importware von außerhalb der EU auf den Markt dränge, bei der es diese Verbote nicht gebe.

Insgesamt geht die Branche aber optimistisch ins neue Jahr. Schon ab Ende April könne beispielsweise mit heimischen Erdbeeren gerechnet werden und auch die Spargelernte laufe inzwischen an.

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