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Im Süden Deutschlands ist das Geld zuhause
24.04.2019 - 05:00 Uhr
Von Stefan Vetter
und Nico Fricke

Berlin - Die verfügbaren Einkommen in Deutschland sind seit dem Jahr 2000 im Schnitt um 12,3 Prozent gestiegen. Allerdings gibt es erhebliche regionale Unterschiede, wie eine aktuelle Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick.


Welche Einkommen sind berücksichtigt?

Unter dem verfügbaren Einkommen versteht man alle Einkünfte abzüglich Steuern und Sozialabgaben. Erfasst sind nicht nur Löhne und Gehälter, sondern auch Renten und staatliche Transfers wie etwa Hartz IV und Wohngeld sowie Zinseinkünfte oder Erlöse aus Vermietung und Verpachtung. Pro Person standen den Deutschen im Jahr 2018 demnach 23 295 Euro zur Verfügung. Real, also nach Abzug der Preissteigerungen, hatten sie damit 12,3 Prozent mehr in der Tasche als noch im Jahr 2000.

Wer bekommt am meisten?

Ein Blick auf die insgesamt 401 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte zeigt: Am wohlhabendsten sind die Menschen im Landkreis Starnberg bei München mit einem verfügbaren Einkommen von durchschnittlich 34 987 Euro pro Person. Weit über dem allgemeinen Niveau liegen auch die Stadt Heilbronn ( 32 366 Euro) sowie der Hochtaunuskreis (31 612 Euro). Damit übersteigen die Pro-Kopf-Einkünfte in den drei genannten Regionen sogar die des reichen Nachbarlandes Luxemburg (30 600 Euro).

Wo ist eher die Armut zuhause?

Schlusslicht im Einkünfte-Ranking ist Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen. Dort beläuft sich das Pro-Kopf-Einkommen nur auf 16 203 Euro. Das ist nicht einmal halb so viel wie im Landkreis Starnberg. Auf ebenfalls weniger als die Hälfte des Starnberger Niveaus kommen die Bürger in Frankfurt/Oder (17 381 Euro) sowie in Halle an der Saale (17 218 Euro). Neben Teilen des Ruhrgebiets, Niedersachsens und des Saarlandes liegt der gesamte Osten knapp 30 Jahre nach der Wende bei den Einkommen immer noch deutlich zurück.

Wie hat sich die Lage im Osten entwickelt?

Zwar sind die verfügbaren Einkommen in den ostdeutschen Ländern seit dem Jahr 2000 etwas stärker gewachsen als in den westdeutschen Bundesländern. Zu beachten ist hier aber das deutlich niedrigere Ausgangsniveau. Lag das Pro-Kopf-Einkommen zur Jahrtausendwende bei 81,5 Prozent des Westniveaus, so waren es im Jahr 2016 knapp 85 Prozent. Von den insgesamt 77 Kreisen im Osten erreichen nur sechs die Marke von wenigstens 20 000 Euro Jahreseinkommen pro Kopf.

Was gilt für die Großstädte?

Auch hier ist die Lage regional sehr unterschiedlich. Unter den 15 größten Metropolen in Deutschland hat München die Nase vorn. Dort verfügen die Privathaushalte über 29 685 Euro pro Kopf. Es folgen Stuttgart (25 012 Euro) und Düsseldorf (24 882 Euro). Am anderen Ende der Skala rangiert Duisburg mit 16 881 Euro. Davor platziert haben sich Dresden und Leipzig mit 18 922 beziehungsweise 17 770 Euro. Insgesamt liegen die 15 Großstädte etwas über dem Bundesdurchschnitt, wobei der Einkommenszuwachs seit 2000 dort aber deutlich schwächer war.

Was sagen Experten?

Für den Studienautor Eric Seils überraschend sind vor allem die immer noch großen Ost-West-Unterschiede. "Hier wirkt die Deindustrialisierung nach dem Mauerfall weiter nach", meinte Seils. Trotz aller Bemühungen des Staates zur Angleichung der Lebensverhältnisse sei man von diesem verfassungsmäßigen Gebot in Deutschland noch weit entfernt. Mit Blick auf die Großstädte gab Co-Autor Helge Baumann zu bedenken, dass sie insgesamt schon auf einem hohen Einkommensniveau seien. "Allein wegen der sehr hohen Mieten in München hat dort aber ein Euro streng genommen weniger Kaufkraft als etwa in Ostfriesland", erklärte Baumann.

Wie sieht es in der Region aus?

Im Landkreis Rastatt hat das verfügbare Einkommen seit 2000 deutlich zugenommen. Es ist laut Untersuchung um 12,9 Prozent auf 22 803 Euro angestiegen. Einen deutlichen Dämpfer auf hohem Niveau gab es hingegen in Baden-Baden. Dort ist das Pro-Kopf-Einkommen um 5,3 Prozent auf 29 565 Euro gesunken und liegt damit hinter der Stadt Heilbronn (plus 43 Prozent, 32 366 Euro) und Ulm (plus 28,4 Prozent, 29 641 Euro) aber immer noch auf Platz drei in Baden-Württemberg. In Karlsruhe (Stadt) betrug der Zuwachs seit 2000 0,1 Prozent (22 045 Euro), in Karlsruhe (Landkreis) 11,8 Prozent auf 23 996 Euro. Im Ortenaukreis ist das verfügbare Einkommen um 11,8 Prozent auf 22 800 Euro gewachsen. Der Landesschnitt liegt bei plus 10,7 Prozent (23 947 Euro).

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