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Energiehandel kehrt zur Normalität zurück
16.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Baden-Baden - Es ist Mitte Mai, aber in vielen Haushalten laufen immer noch die Heizungen. Das freut natürlich den Energiehandel. Zumal die Geschäfte im vergangenen Jahr nicht besonders gut waren. Der Heizölabsatz lag rund 15 Prozent unter dem üblichen Niveau. "Das war eine Ausnahmesituation", sagt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) in Mannheim. Inzwischen hat sich die Situation wieder normalisiert.



Das gilt auch für die Belieferung der Kunden, die 2018 wegen des Rhein-Niedrigwassers und der Havarie samt Komplettausfalls einer Raffinerie in Bayern erheblich ins Stocken geraten war. Auch die Preise, die 2018 geradezu explodierten, haben sich nun wieder in einer Spanne zwischen 76 und 78 Euro je 100 Liter bei einer 3 000-Liter-Order eingependelt.

Trotz Energiewende: Mineralöle sind nach wie vor der wichtigste Primärenergieträger in Deutschland. Ein Drittel des Gesamtbedarfs wird von ihnen gedeckt, in Baden-Württemberg sind es sogar mehr als 35 Prozent. Danach folgen Erdgas (22,7 Prozent), Kernenergie (16,4 Prozent), Erneuerbare Energien (12,7 Prozent) sowie Stein- und Braunkohle (12,4 Prozent). Bemerkenswert: Nahezu 40 Prozent der Haushalte in Baden-Württemberg heizen noch mit Öl, das sind etwa 1,7 Millionen Wohneinheiten in 950 000 Gebäuden. "Diese Zahlen verdeutlichen, welchen Stellenwert Öl immer noch hat", sagt Funke.

Strukturwandel



in der Branche

Der VEH vertritt derzeit rund 400 vorwiegend mittelständische Mitgliedsfirmen des Brennstoff- und Mineralölhandels in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen. Die Mitgliedsfirmen decken 80 Prozent des dortigen Marktvolumens und rund ein Drittel des gesamtdeutschen Brennstoffmarkts ab. Zu besten Zeiten waren es mal 750 Betriebe, aber die Branche hat einen Strukturwandel und Konzentrationsprozess hinter sich. Ursprünglich aus dem Kohlehandel entstanden, kam später das Heizöl hinzu. Heute umfasst das Portfolio der Betriebe neben Heizöl insbesondere Holzpellets, aber auch Kraft- und Schmierstoffe, technische Gase sowie vereinzelt Erdgas und Strom.

Der Energiewandel trifft die Branche natürlich im Besonderen. Wobei sich die Firmen schon in der Vergangenheit der technologischen Fortentwicklung nicht verschlossen haben, wie Geschäftsführer Funke im BT-Gespräch sagt. "Modernisierung ist das Schlüsselthema", betont der Fachmann. Zwar hat sich seit 1998 die Zahl der Ölheizungen durch technische Verbesserungen von 6,43 auf 5,55 Millionen deutlich reduziert - und in der Folge auch der Verbrauch auf 15,8 Millionen Tonnen mehr als halbiert - aber Funke sieht damit das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. "Es gibt weiteres Potenzial", sagt er, "in den deutschen Heizungskellern herrscht Modernisierungsstau." Heizungen, die älter als 20 Jahre sind, machen allein im VEH-Verbandsgebiet zwischen 50 und 75 Prozent des Bestands aus. In Baden-Württemberg sind es aktuell 57 Prozent.

Ein Tausch des alten Heizkessels gegen ein modernes Brennwertgerät kann den Energiebedarf um bis zu 30 Prozent senken. "Solche Maßnahmen werden finanziell gefördert", betont Funke. Unter anderem durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, aber auch durch Programme auf Landesebene wie "Besser flüssig bleiben". Modernisierer können dort bis zu 1 000 Euro Förderung für den Einbau einer neuen Öl-Brennwertheizung erhalten.

Klimaneutrale Brenn- und Kraftstoffe

Im Bemühen, den CO 2 -Ausstoß zu verringern, setzt die Energiebranche aktuell auf klimaneutrale flüssige Brenn- und Kraftstoffe. Diese werden beispielsweise aus Algen, Abfall oder Strom aus Erneuerbaren Energien produziert. "Sie haben den Vorteil, dass sie in bestehende Tanks von Fahrzeugen oder Heizungen verwendet werden können. Der Verbraucher hat also keine allzu großen Investitionen", sagt der VEH-Geschäftsführer. Erste Produktionsanlagen der neuen sogenannten E-Fuels seien bereits in Betrieb, weitere Verfahren würden aktuell erforscht. "Unser Verband fordert die Politik auf, diesen Weg der Energiewende aktiv zu unterstützen", sagt Funke.

Auch in der aktuellen Diskussion um eine CO 2 -Steuer hat sich der VEH positioniert. "Eine reine CO 2 -Steuer würde die Energie unnötig verteuern. Wir befürworten stattdessen Anreize für Verbraucher und deren umfassende Aufklärung", so Geschäftsführer Funke. Denn durch eine Kombination von konventionellen und erneuerbaren Energieträgern entstünden in Verbrauch und Emissionen sparsame Hybridmodelle.

Allerdings ist sich die Branche durchaus darüber im Klaren, dass solche gravierenden Veränderungen einen längeren Zeitraum benötigen und mit einem Rahmen von 20 bis 30 Jahren zu rechnen ist.

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