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KI mit europäischer Handschrift
20.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Winfried Heck

Karlsruhe - "Die Albträume überlasse ich anderen." Professorin Gisela Lanza, beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unter anderem für Globale Produktionsstrategien zuständig, sieht vor allem die Chancen, die Künstliche Intelligenz (KI) in den kommenden Jahren bieten wird. KI war das zentrale Thema der KIT-Jahresfeier.

Intelligente Systeme werden unsere Lebenswelt in den kommenden Jahren nicht nur durchdringen, sondern komplett verändern. "KI ist ein Game Changer", brachte es die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) in ihrer Rede auf den Punkt. Künstliche Intelligenz werde absolut alles umwälzen und deshalb sei es wichtig, dass sich das KIT des Themas so intensiv annehm.

Das hatte zuvor auch der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka, hervorgehoben. Für Karlsruhe sei Künstliche Intelligenz nicht nur ein Hype, an dem man sich auch beteilige, "wir haben das Thema von Anfang an intensiv begleitet". Vor allem wegen dummer KI müsse man sich Sorgen machen. Doch am KIT werde seit vielen Jahren intensiv an Lösungsstrategien gearbeitet. Datensicherheit und die Bewahrung der Privatsphäre, die von Karlsruhe federführend vorangetrieben würden, seien dabei zentrale Themen.

Wie das aussehen kann, zeigte Hanselka anschaulich an einem inzwischen fast alltäglichen Thema. "Wie kann man einen intelligenten Helfer, sei er von Amazon, Apple oder Google, wieder loswerden?" Schließlich würden diese Systeme alles über ihren Nutzer wissen, bis hin zur Kontoverbindung. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IOSB und dem Forschungszentrum Informatik arbeite das KIT an Lösungen für solche Probleme, in einem zumindest bundesweit einzigartigen Forschungsverbund.

Der Stärke des Standorts Karlsruhe sind sich auch Ministerin Bauer und die Landesregierung bewusst. Auch deshalb werde dieses bundesweit einzigartige Forschungs- und Wissenschaftszentrum so stark unterstützt. Letztlich biete das KIT die Chance, der Künstlichen Intelligenz eine europäische Handschrift zu verpassen - was in Konkurrenz zu China und den USA auch unbedingt nötig sei.

Auch die Aufsichtsratsvorsitzende des KIT, Professorin Renate Schubert von der ETH Zürich, lobte die unglaubliche Entwicklung der Karlsruher Einrichtung, die in diesen Tagen ihren zehnten Geburtstag feiert. Sie erlebe Karlsruhe bei jedem Besuch als dynamischen Ort voller Kreativität und mit großem strategischen Weitblick.

Welche Chancen die KI jetzt schon bietet, erläuterten in einem Podiumsgespräch Professorin Lanza sowie die Professoren Michael Decker (Technikfolgenabschätzung) und Alexander Waibel (Informatik und Robotik). Waibel arbeitet seit Jahrzehnten am Thema neuronale Netzwerke und KI, er gilt als einer der weltweit besten Wissenschaftler in Sachen Spracherkennung und Übersetzungssoftware. Sorgen macht ihm vor allem die fehlende Geschwindigkeit in Europa. Alle Internetzentren sitzen nicht von ungefähr in den USA. Um sich zu schützen müsse Europa dringend aktiver werden. Kümmern müsse man sich auch um die Arbeitsplätze, die durch den Einsatz von KI wegfallen werden, wobei dies wohl vor allem Routinearbeiten betreffen wird.

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