https://www.top-zusteller.de/
https://www.top-zusteller.de/
Immer mehr Rentner werden steuerpflichtig
Immer mehr Rentner werden steuerpflichtig
14.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Stefan Vetter

Berlin - Von den 21,2 Millionen Rentnern in Deutschland musste im Jahr 2015 mehr als jeder Vierte Einkommensteuer ans Finanzamt abführen. Insgesamt waren das 5,8 Millionen Ruheständler, wie das Statistische Bundesamt jetzt in einer aktuellen Datenübersicht mitteilte. Und in Zukunft wird die Zahl der steuerpflichtigen Rentner weiter steigen. Dazu die wichtigsten Fakten und Hintergründe.

Warum zahlen immer mehr Rentner Steuern?

Die Ursache ist ein vom Bundesverfassungsgericht angemahnter Systemwechsel, der seit 2005 stufenweise bis zum Jahr 2040 umgesetzt wird. Im Kern handelt es sich um den Übergang von einer vorgelagerten zu einer nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet: Die Rentenbeiträge der Beschäftigten werden schrittweise steuerfrei gestellt. Im Gegenzug werden die Auszahlungen im Rentenalter zunehmend steuerlich belastet. Grundsätzlich gilt: Je später die Rente beginnt, desto höher ist der besteuerte Anteil der Bruttorente.

Ist das Verfahren ein Grund zum Ärgernis?

Nein. Nach Einschätzung der Deutschen Rentenversicherung ist die nachgelagerte Rentenbesteuerung in der Regel sogar von Vorteil. Denn mit den Aufwendungen für die Altersvorsorge kann die Steuerbelastung während der Berufszeit deutlich abgemildert werden. Dagegen seien die Bezüge im Alter geringer und damit auch die Steuerlast. Ende 2018 betrug der durchschnittliche Zahlbetrag der gesetzlichen Altersrente - hier sind die Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung schon abgezogen - pro Monat 1 219 Euro. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent.

Wer muss wie viel versteuern?

Wer bis 2005 in Rente gegangen ist, muss 50 Prozent seiner Rente versteuern. Bei einer Person, die 2019 in Rente geht, sind es bereits 78 Prozent. Heißt im Umkehrschluss: Nur 22 Prozent der Rente sind hier noch steuerfrei. Dieser persönliche Rentenfreibetrag bleibt auch trotz der jährlichen Rentenerhöhungen fix. Für Neurentner wird der steuerfreie Anteil ihrer Rente in Zukunft immer kleiner. Von 2040 an unterliegt sie der vollen Besteuerung.

Wann kommt es zur Steuerpflicht?

Rentner sind grundsätzlich zur Abgabe einer Steuererklärung angehalten, wenn der steuerpflichtige Teil ihrer Jahresbruttorente den sogenannten Grundfreibetrag, also das einkommensteuerliche Existenzminimum übersteigt. Wer darunter bleibt und keine anderen Einkünfte hat, zahlt keine Steuern. Wer zum Beispiel 2018 in Rente ging, muss 76 Prozent seiner Rente versteuern. Bei einer Jahresbruttorente von angenommen 12 000 Euro wären das 9 120 Euro. Wegen des aktuellgeltenden Grundfreibetrags in Höhe von 9 168 Euro fallen 2019 keine Steuern auf diese Rente an.

Welche Rolle spielen die Rentner beim Steueraufkommen?

Das Volumen aller ausgezahlten Renten, also der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersbezüge, betrug 2015 rund 278 Milliarden Euro. Davon wurden 43,4 Milliarden Euro (16 Prozent) tatsächlich besteuert. Insgesamt zahlten die Rentner 34,6 Milliarden Euro ans Finanzamt. In dieser Summe sind allerdings auch die Steuern auf weitere Einkünfte wie etwa Zinsen oder Mieteinnahmen berücksichtigt. Die Gesamteinnahmen des Staates aus der Lohn- und Einkommensteuer lagen 2015 bei rund 272 Milliarden Euro. Davon leisteten die Rentner also gut zwölf Prozent.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Gernsbach
Freiwillige Helfer gesucht!

13.06.2019
Freiwillige Helfer gesucht!
Gernsbach (red) - Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord sucht freiwillige Helfer, die bei der Herzenssache-Natur-Aktion am Freitag, 14. Juni, den Wiesen in Reichental mehr Luft verschaffen, um die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern (Symbolfoto: Neuwald/Archiv). »-Mehr
Stuttgart
Strobl: Abgrenzung zur Werte-Union

13.06.2019
Strobl: Abgrenzung zur Werte-Union
Stuttgart (bjhw) - Der CDU-Landesvorsitzende und Bundes-Vize seiner Partei, Thomas Strobl, hat überraschend seinen Auftritt beim Bundestreffen der Werte-Union abgesagt. Der Fokus sei im Vorfeld "ausschließlich auf Personalfragen gelegt worden", begründet er (Foto: dpa). »-Mehr
Baden-Baden
Baden: Gerüchte und Fakten

13.06.2019
Baden: Gerüchte und Fakten
Baden-Baden (dpa) - Mit vollem Magen nicht ins Wasser - diesen Tipp dürften die meisten kennen. Aber was ist wirklich dran? Der Faktencheck greift die gängigsten Thesen rund ums Baden und seinen Gefahren auf - und sagt, was davon eigentlich stimmt (Foto: dpa). »-Mehr
Ettenheim
Fachkräftemangel am Beckenrand

13.06.2019
Fachkräftemangel am Beckenrand
Ettenheim (lsw) - Der Fachkräftemangel wird auch am Beckenrand spürbar. Bis zu 100 Bäder im Land haben laut Schwimmmeister-Verband Probleme bei der Besetzung. Unattraktive Arbeitszeiten und Verdienstmöglichkeiten seien die Hauptgründe (Symbolfoto: dpa). »-Mehr
Gaggenau
Kein Hallenbad in der Hildastraße

13.06.2019
Kein Hallenbad in der Hildastraße
Gaggenau (uj) - Das mehr ls 50 Jahre alte Hallenbad Murgana sanieren oder ein neues bauen? Das ist in Gaggenau die entscheidende Frage. Ein möglicher Alternativstandort ist jetzt weggefallen. In der Hildastraße entsteht ein neues Wohngebiet mit grünem Innenhof (Foto: Jahn). »-Mehr
Umfrage

Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom wird mittlerweile jeder zehnte Weihnachtsbaum online gekauft. Ist der Kauf im Internet auch für Sie eine Option?

Ja.
Nein.
Ich kaufe keinen Weihnachtsbaum.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1