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In zwei Tagen zum Gentleman
18.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Franziska Kiedaisch

Iffezheim - Am Rand der Galopprennbahn wird gedrückt, geschoben und gequetscht. Nach nur wenigen Minuten sitzen, hocken und liegen zehn Männer in einem Smart. Das Schauspiel ist Teil eines Wettkampfs unter Gentlemen, oder besser: solchen, die es werden möchten. Heute kürt das Männermagazin GQ im Casino Baden-Baden den "GQ Gentleman 2019", der ein Jahr lang als Werbeträger eingesetzt wird. Gestern fanden bereits die ersten Wettbewerbe, sogenannte "Challenges", unter anderem auf der Galopprennbahn, statt.


Bereits zum sechsten Mal findet die Wahl zum Gentleman statt, zum zweiten Mal in Folge in der Kurstadt. Grund dafür ist laut Pia Landgrebe, PR-Managerin beim Condé Nast Verlag, dem das GQ-Magazin angehört, die Werbepartnerschaft mit dem Casino Baden-Baden, in dem nicht nur eine von zehn "Challenges" stattfindet, sondern heute Abend auch der Sieger gekürt wird.

Ute Fuchs, Marketingleiterin des Casinos und eines von insgesamt 13 Jury-Mitgliedern bei der Wahl zum Gentleman, erklärt, dass die Austragung des Wettbewerbs Teil der Imagekampagne des Casinos sei: "Das Moderne, was hier verkörpert wird, das wollen wir. Das Casino ist einerseits klar traditionell, aber wir möchten auch junge Menschen ansprechen." Die Initiative für die Kooperation kam laut Fuchs vonseiten des Magazins.

Produktplatzierung im Wettkampf

Das Casino Baden-Baden ist damit Teil einer Gruppe von Werbekunden des Magazins, die auch direkt an der GQ-Wahl beteiligt sind. Ob Autos, Kleidung, Smartphones oder Jetons: Produktplatzierungen sind ein bedeutender Bestandteil der "Challenges". Die Kameraleute und Fotografen rücken die Marken während der Veranstaltung auf der Rennbahn immer wieder ins rechte Licht - sei es, indem die Kandidaten sich etwa für ein bestimmtes Marken-Outfit entscheiden und dies begründen müssen oder sich eben in einen Kleinstwagen pressen.

Die Aufgaben, die den Kandidaten vorab nicht bekannt sind, werden laut Pia Landgrebe gemeinsam von der GQ-Redaktion und den Werbepartnern ausgearbeitet. "Es geht uns auch darum, die Marke GQ abseits der Zeitschrift zu präsentieren und über ein Event Anzeigenpartner und Konsumenten zusammenzubringen", sagt sie. Die Marken sollten "erlebbar" gemacht werden.

Vor allem die zehn Gentlemen in spe werden bei den "Challenges" erlebbar. Sie müssen sich nicht nur gemeinsam in ein Auto pressen, sondern auch vor der Rennbahn-Kulisse ein Fotoshooting mit einem Pferd meistern oder ihr schauspielerisches Talent erproben. Auch ein Wissenstest ist Teil des Wettbewerbs, tänzerisches Können müssen die Kandidaten am Abend unter Beweis stellen.

1 000 Männer wollen Gentleman sein

Rund ein halbes Jahr habe die Vorbereitung erfordert, so Landgrebe. Rund 1 000 Bewerber wollten am Wettbewerb teilnehmen. "Das sind mehr als jemals zuvor. Eventuell haben dabei auch die sozialen Medien als Multiplikatoren gewirkt", sagt sie. Und tatsächlich sind alle beteiligten Männer auf Instagram und Co. keine Unbekannten. Sie teilen ihr Leben mit einer digitalen Gemeinschaft, deren Mitgliederzahl mitunter in die Zigtausende geht.

"Wenn du GQ-Gentleman wirst, hast du mit dem, was du bist, mehr Möglichkeiten. Nach einem Shitstorm im Internet nach der Trennung von meiner Ex-Frau wäre das eine Möglichkeit für mich, vieles wieder ins rechte Licht zu rücken", sagt Pascal Kappés, der regelmäßig die Seiten der Boulevard-Blätter füllt und mehr als 135 000 Anhänger auf Instagram sein Eigen nennt.

Doch war ein Promi-Status kein Kriterium, um bei dem Wettbewerb mitzumachen. So befindet sich etwa ein Zahnarzt unter den Kandidaten, ein Geschäftsführer und ein IT-Berater, aber auch der in sozialen Netzwerken bekannte und modelnde Transgender-Aktivist Benjamin Melzer, der als Frau geboren wurde. Johannes ten Eikelder, PR-Manager aus Düsseldorf, hat von der Wahl im GQ-Magazin Wind bekommen: "Mehr als nicht gewinnen kannst du ja nicht", habe er sich gesagt und seine Bewerbung eingereicht. Für Jeremy Fey aus Karlsruhe lief die Teilnahme an dem Wettbewerb hingegen wesentlich spontaner ab: Da ein Kandidat krank wurde und kurzfristig ausfiel, hat das GQ-Team ihn am Vorabend der ersten Wettkämpfe an der Hotelbar angesprochen und ihm eine "Wildcard" gegeben, wie Landgrebe es nennt.

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