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30 Exponate für 30 Jahre
03.07.2019 - 06:41 Uhr
Von Thomas Weiss

Dass einer Stiftung eine Ausstellung gewidmet wird, sei ungewöhnlich - das betont Kunsthallen-Direktorin Pia Müller-Tamm in ihren einführenden Worten bei der Präsentation der Schau "Für Euch! 30 Jahre Stiftung Hirsch - Kulturförderung in Karlsruhe". Aber die 1989 gegründete Stiftung Hirsch ist auch etwas besonderes, war sie beim Zeitpunkt der Gründung in der Fächerstadt doch die einzige private, die sich ausschließlich mit Kulturförderung befasst.

30 Exponate für 30 Jahre Kulturförderung von elf Institutionen - neben der Staatlichen Kunsthalle zählen die Städtische Galerie, das Badische Landesmuseum, Landesbibliothek oder Literaturmuseum am Oberrhein, aber auch das Naturkundemuseum zu den Kooperationspartnern - geben einen kleinen Einblick in die Aktivitäten der Stiftung. Sie hat nicht nur durch Ankäufe, sondern auch durch Restaurierungsmaßnahmen oder Druckkostenzuschüsse zu Publikationen diese Kulturinstitutionen nachhaltig unterstützt.

Dass die Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe an die Form eines Reisebusses, Flugzeugs oder Salonwagens erinnert, kommt nicht von ungefähr, verweist das doch auf das auf Kulturreisen spezialisierte Reiseunternehmen als Ursprung der Stiftung. Auslöser für die Stiftung war, wie Christa Hirsch in der Publikation zur Ausstellung beschreibt, die Verleihung der Bundesverdienstmedaille durch den Karlsruher Oberbürgermeister an ihren Mann. In ihre Freude über die Jubiläumsausstellung in der Kunsthalle mischt sich auch die Erinnerung daran, dass ihr 1996 verstorbener Mann Heinold Hirsch als Jude in seiner Jugend wegen des Rassenwahns der Nationalsozialisten eben diese Kunsthalle gar nicht betreten durfte. Sein Vater, der Fußballnationalspieler Julius Hirsch, wurde 1943 in einem Konzentrationslager umgebracht.

Die Ausstellung zeigt so Unterschiedliches wie die Bronze-Medaillons von Victor Hugo und Goethe von Pierre David d'Angers für die Kunsthalle oder Majolika-Figuren für das Landesmuseum, eine Nähmaschine der Firma Haid für das Stadtmuseum, aber auch den Brief des Dichters Berthold Auerbach an seinen Verleger für das Literaturmuseum, dem auch ein seltenes Exemplar von dem im Karlsruher Stahlberg-Verlag erschienen Buch Arno Schmidts "Zettels Traum" bezahlt wurde. Ebenso wurde dank der Hirsch-Stiftung die Hubbuch-Sammlung der Städtischen Galerie durch die "Studie eines sitzenden Modells" ergänzt. Restauriert werden konnten für die Kunsthalle mehrere Bände der bedeutenden Kunstzeitschrift "Der Sturm". Adriaen van der Werffs Gemälde "Vertreibung aus dem Paradies" konnte den lang gesuchten Rahmen erhalten. Bis 13. Oktober.

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