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Ein offener Raum für Karlsruhe
Ein offener Raum für Karlsruhe
16.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Georg Patzer

"Was ist ein Museum?", fragt Susanne Grube vom Stuttgarter Naturkundemuseum und gibt gleich selbst die ironische Antwort: "Ein dunkler Ort mit Sachen." Nein, das war einmal, sie korrigiert sich: "Ein Museum ist ein Ort, an dem Geschichten und Geschichte erzählt wird." Auch ein Ort, an dem gesammelt und gezeigt wird und ein Ort, der sich verändert. Wie sehr, das untersucht jetzt das "museum x" im Karlsruher Museum beim Markt, einer Zweigstelle des Badischen Landesmuseums, unweit des Schlosses.

Schon die neue Sammlungsausstellung "Archäologie in Baden" im Schloss zeigt neue Aspekte des Museums, manche sehen dort die Zukunft des Museums überhaupt: Die Artefakte werden nicht nur in Vitrinen präsentiert, Besucher können sich Objekte auch vorlegen lassen, manche sogar anfassen und selber digitalisieren. Das "museum x" geht noch weiter: Es ist ein offener Raum, in dem Interessierte die Zukunft des Museums nicht nur diskutieren, sondern auch ausprobieren, mit den Mitarbeitern zusammen (das x steht für die Variable, das Unbekannte).

Wünsche von



Bürgern berücksichtigt

2018 hat sich ein Bürgerbeirat zusammengefunden, der in mehreren Treffen Ideen gesammelt, diskutiert, verworfen und neu diskutiert hat. So wurde den Museumsmitarbeitern klar, was Besucher überhaupt wollen. Erstaunt war Projektleiter Johannes Bernhardt, dass dabei all das, was Museumsfachleute intern schon überlegen, auf den Tisch kam.

Zwei Hauptpunkte sind Partizipation und Vernetzung: Bürger wollen beteiligt werden, wollen, dass ihre Wünsche und Erwartungen berücksichtigt werden, und sie wollen, dass die Digitalisierung zur Vernetzung genutzt wird.

Anschaulich zeigte das Susanne Grube bei der Eröffnung am Freitag in ihrem witzigen, flotten Science-Slam, indem sie online zugängliche Bilder aus Museen zu einer virtuellen Ausstellung zusammengefügt hatte, etwa Bilder von hässlichen Kindern von Dürer bis zur Romantik. So kann jeder Internetnutzer zum Kurator werden. Er kann sich aber auch eine eigene Tour durchs Landesmuseum zusammenstellen, indem er vorher recherchiert, was er anschauen will.

Ein anderer Punkt dagegen überraschte: Emotionalität. Bilder und Objekte sprechen nicht nur den Intellekt, sondern auch Gefühle an. Viele Bürger wünschen sich, sich über die Emotionen austauschen zu können, sei es über soziale Medien oder andere Wege. Ebenfalls auf der Wunschliste: interaktive Spiele wie Schnitzeljagden.

Diese und viele andere Punkte haben jetzt einen tatsächlichen Raum im Erdgeschoss des Museums beim Markt. Dort finden Veranstaltungen statt, dort können sich Besucher treffen und miteinander diskutieren, ihre Anregungen können sie dort auf eine weiße Tafel schreiben: Qigong ist schon lesen, ebenso wie Nachhaltigkeit, ein Raum der Stille oder Tanzperformances.

Aber man kann dort auch einfach eine Pause einlegen, Kaffee trinken und Zeitung lesen: es ist ein offener Ra um für die Stadt geworden. Gemütliche Möbel und ein Kicker stehen bereit, außerdem ein lernender Roboter namens Xaver, der Auskunft gibt über die Ausstellungen im Landesmuseum, der aber auch das Alter schätzt. Da ist er aber bisher wenig präzise und noch weniger charmant, verrieten Mitarbeiter.

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