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Tollkühne Australier gehen in die Luft
Tollkühne Australier gehen in die Luft
20.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Elisa Reznicek

Man darf das getrost als rhetorische Frage werten: "War's toll?", wirft Britta Velhagen vom Tollhaus beherzt in die Runde, kurz nachdem die weltweit gefeierte Compagnie Gravity & Other Myths mit ihrer virtuosen Aufführung durch ist. Die Besucher der Festivaleröffnung nicken beherzt und lachen. Eine klare Sache eben!

Zum Auftakt des vierten Atoll-Festivals für zeitgenössischen Zirkus werden gleich zwei bestens angenommene Produktionen parallel gezeigt. Im großen Saal definiert die australische Truppe mit "Backbone" die Gesetze der Schwerkraft neu und wirbelt mit derart viel Dynamik zur live gespielten Musik über die Bühne, dass man kaum aus dem Staunen rauskommt. Dafür gibt es völlig zu Recht Standing Ovations!

Nur wenige Minuten entfernt wird im Zelt im Otto-Dullenkopf-Park "Pour le meilleur et pour le pire - in guten wie in schlechten Tagen" gezeigt. Hier erweckt das finnisch-französische Paar Kati Pikkarainen und Victor Cathala, die als Cirque Aïtal unterwegs sind, akrobatisch eine Liebesgeschichte zum Leben. Augenzwinkern und jede Menge Situationskomik inklusive.

Die beiden Aufführungen, die unter anderem auch heute laufen, stehen sinnbildlich für das Alleinstellungsmerkmal der Ausdrucksform Neuer Zirkus. "Dieser Zirkus, der ganz ohne Tiere auskommt und nur auf Menschen und wenige Utensilien und Hilfsmittel setzt, ist etwas ganz Besonderes", schwärmt der Karlsruher Kulturbürgermeister Albert Käuflein im Gespräch mit dem BT. "Umso mehr freue ich mich über die positive Entwicklung des Festivals über die Jahre und seine immense Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus."

Insgesamt gestalten über 100 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt noch bis zum 29. September rund 40 Veranstaltungen zwischen Akrobatik, Tanz, visuellem Theater und Figurenspiel. Gespielt wird dabei in Zelten, Sälen und unter freiem Himmel.

"Statt fünf haben wir in diesem Jahr zehn Tage mit einem sehr dichten Programm. Wir haben uns aber nicht schwergetan, dieses zu füllen!", betont Tollhaus-Chef Bernd Belschner im Vorfeld des Festivals. Stefan Schönfeld, der das Atoll mit verantwortet, fügt an: "Wir mussten verlängern, um den zeitgenössischen Zirkus in seiner großen Vielfalt zeigen und zwei aufwändige Stücke in unserem großen Saal vorstellen zu können. Außerdem wollten wir unser Format ,Atoll Surprise', das junge, kurze und frische Stücke beinhaltet, deutlich ausweiten".

In diesem Format ist unter anderem die Vorpremiere von "Monki Business: Static (Circus Next)" des niederländischen Artisten Benjamin "Monki" Kuitenbrouwer zu sehen. Das Soloprojekt verspricht viel Nähe zum Publikum, da dieses in einem Kreis auf der Bühne Platz nimmt (21.9., 18:30 Uhr, 22.9., 19:30 Uhr).

Als deutsche Erstaufführung und erste Koproduktion mit dem Festival ist Common Ground zu erleben, die ganz ohne Sprache daherkommt, aber trotzdem viel über Gemeinsamkeiten und Unterschiede innerhalb eines Personengeflechts zu sagen hat.

"Es ist eine Show voller Akrobatik, positiver Energie, Spannung und Ruhe, in der die Künstler zunächst als anonyme Menschen keine Wahl haben, dann die Möglichkeit erhalten ihr Inneres zu zeigen, als Solist zu glänzen, um schließlich die Gruppe zu schätzen und Freude zu teilen", so die Macher. (25.9., 20 Uhr; 27.9., 19:30 Uhr; 28.9., 19 Uhr).

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