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Zwei neue Programmdirektoren
28.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Trittmann

Baden-Baden - Da atmete Kai Gniffke erst mal tief durch. Es war die erste SWR-Rundfunkratssitzung mit dem neuen Intendanten, der offiziell seit zwei Wochen im Amt ist - und es standen gleich zwei Wunschpersonalien des 58-Jährigen zur Abstimmung. Vom Gremium gab es bei der Sitzung gestern in Baden-Baden zu beiden ein klares Ja.

Zur Programmdirektorin Kultur, Wissen, Junge Formate bestimmte der Rundfunkrat Anke Mai. Sie erhielt 42 von 42 abgegebenen Stimmen. Die 53-Jährige ist gebürtige Karlsruherin und seit Jahren beim Bayerischen Rundfunk tätig, Sie kehrt nun ins Badische zurück und wird Nachfolgerin von Gerold Hug, der Ende Januar in den Ruhestand geht.

Zum neuen Programmdirektor Information, Sport, Film, Service und Unterhaltung berief das Gremium mit 40 von 42 Stimmen Clemens Bratzler. Der 47-Jährige ist ein SWR-Eigengewächs und gehörte dem ersten Volontärsjahrgang nach der Senderfusion von SWF und SDR zum SWR an. Er folgt auf Christoph Hauser, der Ende November in den Ruhestand geht.

Die beiden Gewählten hatten sich vor ihrer Kür im Rundfunkrat mit Plädoyers für guten Journalismus zu Wort gemeldet, zugleich aber auch Veränderungen beim SWR angemahnt. "Die Zeiten ändern sich, wir müssen etwas in die digitale Welt übersetzen", erklärte Mai. Dabei habe der Journalismus gerade heute eine überragende Bedeutung.

Bratzler sagte: "Wir erreichen als Öffentlich-Rechtliche nur mit einem breiten Angebot die Breite der Gesellschaft." Zugleich brach er eine Lanze für mehr Diversität: "Wir sind nicht so vielfältig, nicht so divers, wie es gut wäre, weder vor noch hinter der Kamera". Das bedeute: Nicht divers genug, um alle zu erreichen.

Bei ihrem neuen Chef Kai Gniffke dürfte beide damit offene Türen einrennen. Auch Gniffke sagte im Rundfunkrat: "Der SWR muss sich verändern." Es gelte, neue Zielgruppen zu erschließen, neue Milieus zu erreichen und intensiver mit dem Publikum zu kommunizieren. Gniffke kündigte trotz schwieriger Finanzlage Investitionen in guten Journalismus an.

"Vier Dinge machen uns als Öffentlich-Rechtliche das Leben schwer", sagte er. Ein politisches Problem gebe es in Form der Rechtspopulisten. "Die wollen uns weghaben", sagte er, "weil wir für eine offene, vielfältige Gesellschaft werben". Ein weiteres Problem: die Finanzen. "Die Spielräume werden sehr, sehr eng sein." Der SWR stelle sich auf eine Stagnation ein; höhere Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag seien nicht zu erwarten. Drittes Problem: die Demografie. "Unser Auftrag ist, die gesamte Gesellschaft zu erreichen", sagte Gniffke. Allerdings seien drei Viertel der SWR-Fernsehzuschauer über 60. Deshalb gelte: "Volle Kraft voraus", um Jüngere zu gewinnen. Das vierte Problem sei schließlich die Konkurrenz - und zwar die der Internetkonzerne wie Google, Netflix oder Amazon. Diese verdienten derzeit noch viel Geld mit dem Verbreiten fremder Inhalte, auch jener des SWR. "Wenn sie mal nicht mehr unsere Inhalte verbreiten, sondern nur noch eigene, dann Gnade uns Gott", sagte Gniffke - "auf diesem Tag müssen wir vorbereitet sein".

Dennoch - zu Pessimismus gebe es keinen Grund, sagt der neue Intendant, vor der Zukunft müsse dem SWR nicht bang sein: "Wir haben erstklassige Inhalte, wir haben erstklassige Marken und wir haben eine sichere Finanzierung. Wenn wir das vergeigen, dann haben wir es nicht verdient."

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