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Nur eine Sandbahn, aber doch ein wichtiger Standortfaktor
Nur eine Sandbahn, aber doch ein wichtiger Standortfaktor
23.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Florian Krekel

Iffezheim - Es sieht so aus, als würden Baden-Racing und die Iffezheimer Galopptrainer und Stallbesitzer in Sachen Sandtrainingsbahn endlich auf einen grünen Zweig kommen - einen Zweig, der diamanten anmutet: entstanden unter jahrelangem Druck und von großem finanziellen Wert. Denn nachdem Trainer und Besitzer schon die Überlegungen für den Bau einer eigenen Trainingsbahn vorantrieben oder teils gar über Abwanderung nachdachten, verkündete Baden-Racing-Präsident Andreas Jacobs kürzlich die umfassende Sanierung der Iffezheimer Sandbahn.

Hintergrund

Bisher war das immer am Geld gescheitert. Nötig ist laut Experten mindestens eine hohe sechsstellige Summe - in Köln kostet alleine die Nachsanierung der Sandbahn 650 000 Euro. Wer diesen Diamanten in Iffezheim finanzieren soll, ist zwar auch jetzt noch nicht ganz klar, doch Jacobs sicherte unlängst zu, dass Anfang 2020 die Baumaschinen anrollen sollen. Dem Vernehmen nach soll der Kaffeeerbe und Baden-Racing-Boss das bisher stets für wirtschaftlich unrentabel erklärt haben, da der Trainingsbetrieb für den Galoppveranstalter ein Minusgeschäft sei. Ob das wirklich so ist, hängt wohl auch davon ab, wie gerechnet wird und dabei gehen die Interpretationen seit Jahren auseinander.

Fakt ist: Die Sandbahn, die für das Ausdauertraining der Galopper unabdingbar ist, war zuletzt in einem derart schlechten Zustand, dass die Trainer und Besitzer sich um die Pferde sorgten, wie die Iffezheimer Trainersprecherin Carmen Bocskai gegenüber dem BT sagte: "Es war und ist 5 nach 12. Es muss etwas geschehen." Zwar hatte Baden-Racing laut Bocskai schon in der Vergangenheit Sanierungsmaßnahmen ohne Absprache mit den Trainern vorgenommen, doch die floppten - auch bedingt durch das Wetter, wie man sich bei Baden-Racing verteidigt. Man hatte den Untergrund der Trainingsbahn mit Mineralbeton - schotterartigen Steinen - verfestigt, doch die kamen jüngst plötzlich an die Oberfläche, eine Verletzungsgefahr für die Pferde.

Bocskai hatte das dokumentiert und in Videos festgehalten. Als sich die Aufnahmen verbreiteten, übten die Besitzer wohl Druck auf Jacobs aus, wird hinter den Kulissen spekuliert.

Schon seit Monaten hatten Trainer und Besitzer zudem Planungen in der Schublade, die eine eigene Trainingsbahn hinter dem Rastatter Bogen vorsahen. Das Gelände gehört teils der Stadt Baden-Baden (sie signalisierte Bocskai zufolge Zustimmung) und teils der Gemeinde Iffezheim (diese blieb bis zuletzt skeptisch). Eine mögliche Sanierung der Bahn durch eine Betreibergesellschaft scheiterte in der Vergangenheit schon im Ansatz.

Nun aber sehen sich alle Verantwortlichen und Trainersprecherin Bocskai auf einem guten Weg. Das Problem werde bilateral angegangen, die Gespräche seien positiv verlaufen, sagte Baden-Racing-Geschäftsführerein Jutta Hofmeister. Es bleibt die Geldfrage. Möglich wäre etwa ein Kredit für Baden-Racing oder ein externes finanzielles Engagement auf Betreiberebene, sozusagen als Unterpächter von Baden-Racing oder der Gemeinde Iffezheim. Pflegearbeiten müssten dann eventuell durch den Betreiber vom Rennclub zugekauft werden. Das gelte es nun in den nächsten Wochen auszuloten, so Jacobs.

Mit mehr als 200 Pferden ist Iffezheim nach Köln-Weidenpesch die zweitgrößte Trainingszentrale für Vollblüter in Deutschland. Konzipiert wurde die hiesige Bahn allerdings einst nur für den Trainingsbetrieb von etwa 60 Pferden.

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