www.spk-bbg.de/branchensieger
http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
Den Deutschen lieb und teuer
08.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Karlsruhe/Baden-Baden - Hund und Katze, Wellensittich und Kleinsäuger: Heimtiere sind den Deutschen lieb und teuer. Das wiederum freut einen ganzen Wirtschaftszweig. Auf dem Markt für Heimtierbedarf werden jährlich Milliarden Euro umgesetzt. Fachmessen wie die "tierisch gut", die am Wochenende in Karlsruhe stattfindet, sind wahre Besuchermagneten und Spiegelbild einer boomenden Branche.

2018 verbuchte die Branche ein Umsatzplus von 1,5 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel. Ob "Futterhaus", "Fressnapf" oder "Kölle-Zoo" - die großen Ketten mit ihren Filialen im ganzen Land machen glänzende Geschäfte. Und weil Tierliebhaber offenbar sehr online-affin sind, steigen auch die Umsätze im Internet-Handel. Rund 625 Millionen Euro kamen auf diesem Vertriebsweg im vergangenen Jahr zusammen. Das sind laut Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) immerhin 13 Prozent des gesamten Branchenumsatzes. Experten erwarten, dass der Internet-Handel in den kommenden Jahren weiter deutlich stärker wachsen wird als der Heimtiermarkt insgesamt (plus zwei Prozent per anno).

Weil es die Deutschen auch mit den gefiederten Freunden gut meinen und jährlich rund 100 Millionen Euro für (Winter-)Futter ausgeben, setzte die Heimtierbranche im Jahr 2018 knapp fünf Milliarden Euro um - Tendenz steigend.

Das meiste Geld geben die Tierliebhaber für Nahrung aus, nämlich rund 3,2 Milliarden Euro. Auf knapp eine Milliarde Euro kommen Bedarfsartikel. Gekauft wird insbesondere im Fachhandel, der 80 Prozent am Gesamtumsatz für sich verbucht und damit wichtigster Absatzweg ist.

Entsprechend ihrer Bedeutung als beliebteste Haustiere sorgen Katzen und Hunde für 94 Prozent des Umsatzes im Segment Heimtiernahrung und für 70 Prozent bei den Bedarfsartikeln.

Was die Branche besonders freut: Der Heimtiermarkt ist grundsätzlich nicht von konjunkturellen Entwicklungen abhängig. Die Deutschen lieben ihre Tiere und sind bereit, auch in gesamtwirtschaftlich schlechteren Zeiten viel Geld auszugeben.

Beeindruckend sind auch andere Zahlen: Im vergangenen Jahr lebten in Deutschland 34,4 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel. Hinzu kamen zahlreiche Zierfische und Terrarien-Tiere. Insgesamt gab es in 45 Prozent aller Haushalte Heimtiere. Allein 63 Prozent aller Familien mit Kindern hatten ein Heimtier und 22 Prozent aller Haushalte besaßen mindestens zwei Heimtiere. Das ist das Ergebnis einer haushaltsrepräsentativen Erhebung, die der IVH in Auftrag gegeben hatte.

Wer in Deutschland ein Heimtier hat, der ist eher in der Lebensmitte zu finden. Das heißt: 19 Prozent der Tierhalter sind 40 bis 49 Jahre alt, 22 Prozent zählen zu den 50- bis 59-Jährigen und 27 Prozent der Tierhalter sind über 60 Jahre. Eher weniger beliebt sind Haustiere bei den bis zu 29-Jährigen mit 15 Prozent. Auch der Anteil bei den 30- bis 39-jährigen ist mit 17 Prozent eher gering.

Und was sind die beliebtesten Haustiere der Deutschen? Hier ist ganz klar die Katze die Nummer eins: Insgesamt lebten im vergangenen Jahr 14,8 Millionen Samtpfoten in 23 Prozent der Haushalte. An zweiter Stelle haben 9,4 Millionen Hunde in 19 Prozent der Haushalte die Schnauze vorn, an Position drei folgen 5,4 Millionen Kleintiere in sechs Prozent der Haushalte. Ziervögel gab es etwa 4,8 Millionen, Aquarien 1,9 Millionen, Gartenteiche mit Zierfischen etwa 1,5 Millionen und selbst bei Terrarien wurde die stolze Zahl von einer Million erreicht.

Messe "tierisch gut": Am 9. und 10. November jeweils von 9 bis 18 Uhr in der Messe Karlsruhe. Rund 280 Aussteller präsentieren Futter- und Pflegemittel, Dienstleistungen, Accessoires und Zubehör für Hunde, Katzen und die Aquaristik.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Frankfurt
Landesstädte nur im Mittelfeld

07.11.2019
Landesstädte nur im Mittelfeld
Frankfurt (lsw) - Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe rangieren in einer neuen Studie über die Zukunftsfähigkeit der 30 größten deutschen Städte nur im Mittelfeld. Sie belegen die Plätze neun, elf und zwölf. Berlin, Leipzig und München kamen auf die Plätze eins bis drei (Symbolfoto: pr). »-Mehr
Frankfurt
Streik: Lufthansa streicht Flüge

07.11.2019
Streik: Lufthansa streicht Flüge
Frankfurt (dpa) - Bei der Lufthansa hat in der Nacht zum Donnerstag ein 48-Stunden-Streik der Flugbegleiter begonnen. Das teilte die Gewerkschaft Ufo mit. Der Konzern strich für Donnerstag bei seiner Hauptmarke Lufthansa rund 700 der weltweit 1.100 geplanten Flüge (Foto: dpa). »-Mehr
Berlin
´Der Osten braucht einen Vorsprung´

07.11.2019
BT-Interview mit Platzeck
Berlin (kli) - Der frühere Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD, dpa-Foto), hat ein Investitionsprogramm Ost gefordert. Es brauche einen staatlich geförderten Impuls. Nur so sei die Angleichung der Lebensverhältnisse zu schaffen, fordert Platzeck im BT-Interview. »-Mehr
Gernsbach
Neubau erhöht Qualität des Seminarangebots

06.11.2019
Papiermacher investieren
Gernsbach (stj) - Das Papierzentrum investiert in seine Weiterbildungsangebote am Standort Gernsbach: Der Ausschuss für Technik und Umwelt nahm einen Bauantrag wohlwollend zur Kenntnis, der die Errichtung eines neuen Gästehauses an der Loffenauer Straße vorsieht (Foto: Juch). »-Mehr
München
Primäres Ziel: Das Niveau halten

06.11.2019
Snowboarder: Niveau halten
München (dpa) - Die deutschen Snowboarder freuen sich in dem Winter ohne Weltmeisterschaft und Olympia auf die Heim-Events und streben strukturelle Verbesserungen an. Das sagte der Sportdirektor von Snowboard Germany, Andreas Scheid, in München (Foto: dpa). »-Mehr
Umfrage

Rastatt bekommt sprechende Mülleimer. Damit will die Stadt zur korrekten Müllentsorgung motivieren. Halten Sie solch ein Vorgehen für sinnvoll?

Ja.
Nein.
Das weiß ich nicht.


https://www.eyesandmore.de
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1