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"Großes kriminelles Potenzial"
'Großes kriminelles Potenzial'
12.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Brigitte J. Henkel-Waidhofer

Stuttgart - Innenminister Thomas Strobl (CDU) lobt Baden-Württembergs Polizei als "bei der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität und Bandenkriminalität sehr gut aufgestellt". Mit ein Grund für diese Einschätzung sind die Ermittlungsverfahren und die Zusammenarbeit mit der kalabrischen Antimafiabezirksstaatsanwaltschaft im Kampf gegen die ,Ndrangheta.

2015 waren nach den Zahlen aus seinem Haus 60 Mitglieder der "global vernetzten Organisation mit großem kriminellen Potenzial" bekannt. Das Land gilt seit Jahren als sogenannter Rückzugsraum, besonders betroffen sind die Regionen Bodensee, Rhein-Neckar und Stuttgart.

Baden-Württemberg

als Rückzugsraum

Die Landtagsfraktion der Grünen wollte mehr wissen zur Entwicklung der italienischen Organisierten Kriminalität (IOK). "In Baden-Württemberg lebt etwa ein Drittel aller in Deutschland aufhältigen italienischen Staatsangehörigen", teilt das Innenministerium in seiner Antwort mit. Dies gehe zurück auf die Anwerbung von Gastarbeitern in den 1960er Jahren. Und in Baden-Württemberg lebe auch ein Drittel aller in Deutschland bekannten Angehörigen der IOK. "Im Gesamtkontext aller OK-Verfahren weisen Ermittlungsverfahren gegen Angehörige der IOK ein überdurchschnittlich hohes kriminelles Potenzial auf", heißt es weiter. Im Vergleich zu anderen Gruppierungen sei dies insbesondere auf einen hohen Grad an Professionalisierung aufgrund ihrer langen kriminellen Historie zurückzuführen.

Details auch zur Operation "Stige" im Januar 2018 mit ihren Großrazzien in mehreren Bundesländern und Dutzenden Festnahmen, in deren Rahmen die Kooperation mit den kalabrischen Behörden besonders intensiv war, will Strobl nicht nennen. Daraus resultierende Erkenntnisse könnten für zukünftige Ermittlungsverfahren von Bedeutung sein. Ein anderes Details macht er bekannt: In den vergangenen fünf Jahren sei im Land selber kein Verfahren abgeschlossen worden, in denen die Mafia Einfluss nehmen wollte "auf Personen in Politik, Medien, öffentlicher Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft". Trotzdem hält Strobl diese Gefahr für "latent", und um ihr vorzubeugen, würden "beispielsweise die Angehörigen des öffentlichen Diensts regelmäßig sensibilisiert".

Hoffnung auf

Informanten

Hinweisgeber speziell "aus der italienisch sprechenden Bevölkerung" könnten sich "vertrauensvoll" ans Landeskriminalamt wenden, erinnert der Minister. Außerdem seien Möglichkeiten zur Vermögensabschöpfung geschaffen und im Zuge der Polizeireform flächendeckend Kriminalinspektionen zur Bekämpfung der OK eingerichtet worden. "Stige" hatte für Aufsehen gesorgt, weil auch ein früherer Stammwirt von Ex-Ministerpräsident Günther Oettinger verhaftet wurde. "Gastwirt M. L." habe Anfang der 90er Jahre die Pizzeria "Da Mario" in Stuttgart betrieben, in der auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Prominente verkehrten, so Strobl. Inzwischen ist L. in Kalabrien zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

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