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Vieles hängt im Unkonkreten fest
Vieles hängt im Unkonkreten fest
22.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Brigitte J. Henkel-Waidhofer

Paris - Im Cap Digital, dem Pariser Cluster, der sich seit 2006 der Unterstützung einschlägiger Initiativen und Unternehmen verschrieben hat, wird Baden-Württembergs Regierungschef weltpolitisch: Es gehe beim Thema "Künstliche Intelligenz" (KI) auch um den Erhalt europäischer Werte - zwischen der Kommerzialisierung in den USA und "der Steuerung der Bevölkerung durch das Regime" in China.

Zwei Tage sind Kretschmann und seine Delegation in der französischen Hauptstadt auf der Suche nach Schnittmengen. Dass gegenseitige Beteuerungen und viele warme Worte im Zentrum so mancher Rede stehen, bleibt auch in Paris nicht aus.

Schon im August 2018 wollte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) in Paris ein "starkes Zeichen" setzen, warb für Baden-Württemberg und Frankreich als "Kern des europäischen Forschungsstandorts" und als "KI-Innovationsmotor von Weltrang". Die Landesregierung durfte sich Hoffnung machen auf das vom Bund in Aussicht gestellte Forschungszentrum und die damit verbundenen Gelder.

Die Große Koalition ging einen anderen Weg, Wissenschaftsministerin Anja Karliczek (CDU) vermied entgegen den ursprünglichen Planungen die Vergabe an einen einzigen Standort, stattdessen wurden die Aktivitäten in ein "virtuelles Zentrum" ohne Standort und in vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt.

Tapfer lobt Bauer, die den Ministerpräsidenten nach Paris begleitet, wie engagiert sich das Land und die vielen Akteure einbringen. Erst vor wenigen Wochen hat in Karlsruhe die erste deutsch-französische KI-Konferenz überhaupt stattgefunden. "Nägel mit Köpfen" machen wollte David Hermanns, der Geschäftsführer des Cyberforums und des Digitalen Innovationszentrums. Eben deshalb habe der Fokus der Konferenz auf real existierenden Anwendungen gelegen.

Bei einem der Treffen in Paris betonte auch Antje Leminsky, die Vorstandsvorsitzende der Grenke AG, die Bedeutung der Projekte. Eher klein zu beginnen, sei kein Schaden, wenn damit KI vorangebracht und Kunden erreicht würden.

Die Wissenschaftsministerin verwies auf KI-Projekte in der Medizin und in den anderen Lebenswissenschaften, in die das Land auch selber Geld steckt. Gerade die mitreisenden Professoren, die sich mit Ethik, Werten und den gesellschaftlichen Konsequenzen befassen, wünschen sich zumindest etwas mehr Geld. "Ich würde es begrüßen", sagt Bauer, "wenn sich der Bund mit relevanten Mitteln beteiligt."

Beim abendlichen Empfang in der Residenz der Deutschen Botschaft im Palais Beauharnais am Ufer der Seine verzichtet Kretschmann auf diplomatische Floskeln. "Nicht erklärbar" ist für ihn das Verhalten der Bundesregierung angesichts der Notwendigkeit, dass "wir alles, was wir haben, in die Waagschale werfen müssen". Besonders besorge ihn, dass durch die Zögerlichkeit der Großen Koalition Wissenschaftler aus Deutschland abgeworben würden. Tatsächlich hängt die Zusammenarbeit über den Rhein hinweg auf nationaler Ebene weiterhin im Unkonkreten fest.

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