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Das Gesicht zur Marke
30.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Bietigheim-Bissingen - Gerard Butler ist omnipräsent: Ob in Printmedien, online, in Werbeprospekten oder auf Plakaten - längst ist der smarte Schotte zum Gesicht von Olymp geworden. Und noch mehr: Die Zusammenarbeit lasse sich an der steigenden Markenbekanntheit messen, sagt Mark Bezner, Chef des schwäbischen Hemdenherstellers.

Gerade hat Bezner die Zusammenarbeit mit dem aus zahlreichen Action-Streifen bekannten Filmstar erweitert. "Die Ansprüche, die Kunden an Marken und Produkte stellen, nehmen rapide zu. Kaufentscheidungen werden zusehends durch Social Media, Blogger, Influencer oder Celebrities beeinflusst. Dieser Herausforderung stellen wir uns", sagt Bezner. Als Markenbotschafter soll Butler den Bekanntheitsgrad von Olymp weiter steigern.

Das sich überaus positiv entwickelnde gemeinsame Engagement mit dem Filmstar steht für die gesamte Entwicklung des Familienunternehmens aus Bietigheim-Bissingen. Es gibt derzeit nicht viele Unternehmen in der schwierigen Bekleidungsbranche, die schwarze Zahlen schreiben - schon gar nicht in Deutschland. Olymp dagegen verzeichnet stetig steigende Umsätze und Gewinne. Seit 2009 hat der Textilhersteller seinen Umsatz mehr als verdoppelt - auf zuletzt 266 Millionen Euro. Auch im laufenden Jahr werde unterm Strich ein Plus stehen, sagt Bezner - wenn auch ein kleines.

Zu viel Ware am Markt, zu viele Aktionsverkäufe und Promotionen, Midsales, Black Fridays und vieles mehr haben die Konturen am Markt verschwimmen lassen. Die Folgen sind ein ruinöser Preiskampf, bei dem schon eine ganze Reihe von Herstellern und Händlern auf der Strecke geblieben sind, sowie Bekleidung als schnelllebige Wegwerfware. Für Bezner ist daher klar: "So kann es auf Dauer nicht weitergehen". Ein Rezept zur Umkehr dieser Entwicklung, das räumt er ein, habe aber auch er nicht.

Zumindest für sein eigenes Unternehmen kennt der frühere Olympiateilnehmer im Schwimmen jedoch die Erfolgsformel: "Sich auf das konzentrieren, was man am besten kann". Bei Olymp ist das die Hemdenfertigung. In Textilfabriken in Südosteuropa und Asien lassen die Schwaben die Herrenoberhemden zusammennähen. Meist sind es langjährige Partner, wie etwa die Firma Orljava in Kroatien, wo Olymp schon seit 50 Jahren fertigen lässt. "Das gegenseitige Vertrauen ist entscheidend in einer solchen Zusammenarbeit", sagt Bezner. Der Manager schreckt andererseits nicht davor zurück, Verträge aufzukündigen, wenn die hohen Standards, die Olymp verlangt, nicht eingehalten werden. Jüngst trennte man sich von einem Hersteller aus Mazedonien, weil der seine Mitarbeiterinnen selbst nach mehrfacher Aufforderung nicht ordentlich bezahlt hat. "So etwas dulden wir nicht", sagt Bezner.

Zurück zu Gerard Butler: Der Schotte mit Wohnsitz in Kalifornien ist nicht nur das Gesicht von Olymp, sondern steht auch für den neuen Style in der Modebranche, und insbesondere bei Hemden. Stichwort: Casual. Der englische Begriff bezeichnet einen legeren und bequemen Kleidungsstil, der in der Freizeit getragen wird. Im Arbeitsalltag bedeutet Casual, dass es zwangloser und damit weniger formell zugehen darf. Der Look vereint die Zwanglosigkeit von Freizeitkleidung mit einem gepflegten und seriösen Business-Stil.

Olymp-Chef Bezner ist sich sicher, dass dieses Segment in der Zukunft weiter deutlich zulegen wird. Ziel sei es für sein Unternehmen, im Casual-Segment eine ebenso bedeutsame Marktstellung zu erreichen, "wie wir sie im Businessbereich längst einnehmen", so der Olymp-Chef. Vor diesem Hintergrund startet der Bekleidungsspezialist mit Gerard Butler als Repräsentanten zur Frühjahrsmode 2020 einen neuen Markenclaim "My Style. My Statement".

Von der Popularität Butlers will das Unternehmen auch beim geplanten Markteintritt in den USA profitieren. Dort hat Olymp einen jahrelangen Rechtsstreit mit dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) wegen seines Namens gewonnen. Seit Mitte 2018 sind die Markenrechte nun eingetragen. Jetzt wagen die Schwaben den Schritt über den Atlantik. Nach einer umfassenden Marktanalyse soll es 2020 zunächst im kleineren Rahmen mit einem örtlichen Partner losgehen. "Wir sind selbst gespannt, wie sich das Vorhaben entwickeln wird", sagt der Olymp-Chef.

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