PFC: Ungewissheit bleibt - auch in Mannheim

PFC: Ungewissheit bleibt - auch in Mannheim

Karlsruhe/Mannheim/Baden-Baden (fk) - Erst jüngst wurde bekannt, dass mehr Flächen in Baden-Württemberg mit der Chemikalie PFC belastet sind, als bisher angenommen. Neben dem Raum Baden-Baden/Rastatt sind auch 244 Hektar Boden rund um Mannheim als belastet eingestuft worden. Von einer großflächigeren Verunreinigung im Land wollen die Behörden aber nichts wissen - dafür gebe es keine Hinweise, auch wenn der belastete Klärschlamm in Mannheim nicht vom selben Hersteller stammt wie in Mittelbaden. Denn in letzterem Gebiet wurde, wie berichtet, der Unternehmer Franz Vogel vom Verwaltungsgericht Karlsruhe als Schuldiger identifiziert und zur Zahlung von rund 242000 Euro verdonnert. Doch Vogels Firma brachte den verunreinigten Klärschlamm demnach nur zwischen 2006 und 2008 auf, die Mannheimer Beeinträchtigungen stammen aber aus einem späteren Zeitraum, wie die Stabsstelle PFC am Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) mitteilte. Auf BT-Nachfrage heißt es: "Die Belastung erstreckt sich auch auf Flächen, auf denen nach 2008 entsprechender Kompost aufgebracht wurde. Aufgrund dieser Erkenntnisse muss der Untersuchungszeitraum angepasst werden. Somit sind nun erweiterte Untersuchungen erforderlich."

Woher der im Raum Mannheim aufgebrachte und mit PFC-belastetem Papierschlamm versetzte Kompost kam, ist derzeit noch unklar. Die Stabstelle geht davon aus, dass der fragliche Kompost von einem lokalen Lieferanten bezogen und auf den Bewirtschaftungsflächen ausgebracht wurde. Die Stadt Mannheim prüfe aktuell, ob die weiteren Untersuchungskosten einem oder mehreren Verursachern auferlegt werden können. Betroffen sind demnach ausschließlich landwirtschaftliche Flächen, eine Entsorgung von Boden sei nicht erforderlich. Betroffene Flächen würden im Rahmen des Vorerntemonitorings überwacht. Dabei werden Erzeugnisse von den mit PFC belasteten Ackerflächen vor der Ernte geprüft. Liegen die Ergebnisse über den vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz festgelegten Werten, darf das Erzeugnis nicht als Lebensmittel vermarktet werden.

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