"Zu den Sternen" mit Pauken und Trompeten

'Zu den Sternen' mit Pauken und Trompeten

Von Christiane Lenhardt

Beim fünften Kinder-Mitmach-Orchester bricht das Festspielhaus Baden-Baden thematisch "Zu den Sternen" auf. Ein galaktisches Programm wird fürs Wochenende um den 23. und 24. Juni zusammen mit der Karlsruher Musikhochschule aufgelegt. Das musikalische Programm kreist um die Orchestersuite "Die Planeten" des englischen Komponisten Gustav Holst. Satelliten sind die Filmmusik von "Star Wars", Otto Nicolais "Mondchor" aus der Oper "Die Lustigen Weiber von Windsor" oder Auszüge aus Haydns "Schöpfung". Es gibt aber auch Popnummern, und der Jazzhit "Fly me to the Moon" darf nicht fehlen, wenn bis zu 200 Kinder ab zehn Jahren bei zweitägigen Workshops und Konzertproben mit Pauken und Trompeten spielend in vielfältige Musikwelten starten. Sogar eine virtuelle Soundwelt öffnet sich beim Computerworkshop.

Keine Angst: Vorkenntnisse sind beim Mitmach-Orchester nicht erforderlich, aber auch nicht hinderlich. Jedes Kind darf sein Instrument mitbringen - jede Menge Profi-Instrumente sind aber auch vorhanden. "Wir haben dieses Mal sogar zehn E-Pianos dabei", erklärte der Kommunikationsdirektor Rüdiger Beermann aus dem Festspielhaus.

Zentral beim Kinder-Mitmach-Angebot ist die intensive Betreuung durch angehende Musikprofis. Beteiligt ist unter anderem das Hochschulorchester der Musikhochschule Karlsruhe, in dessen Reihen die Kinder beim Abschlusskonzert auf der Festspielhausbühne auch mitwirken dürfen.

"Bei unserem speziellen Angebot können die Kinder alle Orchesterinstrumente kennen lernen und, angeleitet von den angehenden Musikern, direkt ausprobieren", sagte die Karlsruher Professorin Mirjam Boggasch von der Hochschule für Musik. "Es ist eine ganzheitliche Form der Musikvermittlung - und dafür gibt es momentan einen Riesenbedarf", fügte die Musikpädagogin hinzu. Mit den Studierenden des Masterstudiengangs Musikvermittlung/Konzertpädagogik in Karlsruhe hat die gebürtige Mannheimerin Boggasch ein einzigartiges, vielfältiges Musik- und sogar Tanzprogramm für Kinder und Erwachsene aufgelegt, immer wieder neue Workshops ersonnen, um selbst musikfernen Menschen ein Gefühl für die Musik nahezubringen.

Ballon-Drohnen sausen durchs Festspielhaus

Das ungewöhnliche Education-Programm ist nicht nur Teil eines Studienangebots, sondern auch reichlich nachgefragt von verschiedenen Musikveranstaltern im ganzen Land - sozusagen als duale Ausbildung mit direktem Praxisbezug. "Das Festspielhaus Baden-Baden ist unser größtes Projekt", erklärte die Professorin. Rund 30 Musikstudenten werden die bis zu 200 Kinder in den Workshops anleiten, mit ihnen musizieren, tanzen, singen oder basteln. Am Ende sollen die Mädchen und Jungen das Gefühl bekommen, Teil eines Orchesterkonzerts oder einer Aufführung gewesen zu sein - manche vielleicht nicht als Musiker, aber dafür als Sänger im "Mondchor".

Abgehoben wird freilich auch: Als Überraschung fliegen echte Ballon-Drohnen durchs Festspielhaus-Foyer der Baden-Badener Firma Hybrid-Airplane, die sich auf ungewöhnliche Flugobjekte zu Forschungszwecken spezialisiert hat und auch an den Untersuchungen nach dem Tunneleinsturz im vergangenen Jahr in Rastatt beteiligt war.

Das zweitägige Workshop-Programm (samstags von 10-17 Uhr, sonntags ab 11 Uhr) ist kostenpflichtig; zum Abschlusskonzert mit dem Hochschulorchester unter der Leitung von Frank Dupree und moderiert von Juri Tetzlaff jedoch ist der Eintritt frei.

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