"Der Schwarzwald begeistert immer mehr Menschen"

Auch die aktuelle Landesgartenschau in Lahr lockt in einem attraktiven Ambiente die Touristen in die Region. Foto: Broß

Lahr (ab) - Der Schwarzwald steht bei Urlaubern weiterhin hoch im Kurs. So wurden in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres rund 3,05 Millionen Gäste in der Region verbucht, ein Plus von 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtung stieg parallel dazu um 4,8 Prozent auf 7,86 Millionen. Diese Zahlen nannte Dorothea Störr-Ritter, Aufsichtsratsvorsitzende der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG), gestern bei der Jahrestagung der Dach- und Marketingorganisation in Lahr.

Rund 330 Touristiker und Kommunalpolitiker waren bei der Tagung auf dem Gelände der Landesgartenschau vertreten. Gesellschafter der STG sind die zwölf Stadt- und vier Landkreise zwischen Karlsruhe, Pforzheim, Rottweil und Waldshut-Tiengen mit zusammen 321 Gemeinden.

"Der Schwarzwald begeistert immer mehr Menschen", kommentierte Störr, die zugleich Landrätin des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald ist. Und sie hob hervor, dass die genannten Zahlen des Statistischen Landesamts nur gewerbliche Übernachtungsbetriebe mit mindestens zehn Betten berücksichtigten. Dies seien im Schwarzwald aber nur rund 3000 der ungefähr 12000 Gastgeber. Mit Blick auf das "sehr erfolgreiche" Jahr 2017 bedeutet dies laut Störr-Ritter: Zu den 21,68 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Betrieben seien noch 17,43 Millionen Übernachtungen in Privatpensionen, kleineren Ferienwohnungseinheiten, bei Freunden und Bekannten, auf Dauercampingplätzen sowie in Zweitwohnungen hinzuzurechnen. Zu den Übernachtungsgästen seien im vergangenen Jahr noch rund 108 Millionen Ausflügler und Geschäftsreisende hinzugekommen. "Eine Menge Geld fließt dadurch in die Region", sagte die STG-Aufsichtsratsvorsitzende. Sie bezifferte die Ausgaben der Gäste, Ausflügler und Geschäftsreisenden 2017 im Schwarzwald auf zusammengerechnet 6,18 Milliarden Euro. Rund 500 000 Arbeitsplätze würden dadurch gesichert - im Tourismus, in den Zulieferbetrieben, im Handwerk und in vielen weiteren Bereichen.

"Es ist ein enormer Wirtschaftsfaktor", betonte auch der Vorsitzende der STG-Gesellschafterversammlung, der Ortenauer Landrat Frank Scherer. Im Ortenaukreis beispielsweise sei fast jeder siebte Arbeitsplatz unmittelbar abhängig vom Tourismus. Scherer ging ferner auf das aktuelle Projekt "NaDu - Natürlicher Dorfurlaub" ein. "Damit sollen Kleinvermieter unterstützt und dörfliche Strukturen gefördert werden", erklärte er. Im Mittelpunkt von "NaDu" stehen somit Dörfer mit kleinteiligen Anbieterstrukturen bei Ferienwohnungen und Ferienhäusern, Pensionen, Bauernhöfen, Gästehäusern, schwarzwaldtypischen Gastronomiebetrieben sowie regionalen Erzeugern. Das Land unterstützt das Projekt finanziell. "21 Orte und Ortsteile haben sich bereits eine ausführliche Beratung gesichert", gab Scherer bekannt. Der Liste zufolge ist aus dem Landkreis Rastatt nur eine Kommune vertreten, nämlich Forbach.

STG-Geschäftsführer Hansjörg Mair erläuterte abschließend die künftigen Strategien der Schwarzwald Tourismus GmbH. Besonders der Digitalisierung kommt demnach eine große Bedeutung zu. So soll die Internet-Präsenz der Region für neue Entwicklungen gewappnet werden wie beispielsweise Sprachassistenten, die das Suchverhalten potenzieller Urlauber künftig stark verändern könnten. Nichts ändern will Mair dagegen bei den "Profilthemen" des Schwarzwalds. Und mit Blick auf typische Symbole wie Bollenhut oder Kuckucksuhr kommentierte der Geschäftsführer: "Klischees sind gut!" Für den Aufbau langlebiger Marken nämlich. "Viele Destinationen wären froh um solche Klischees."

zurück
1